• Martin Bürki

Marktanalyse - W46, Special Covid-Impfstoff

Covid-Impfstoff ist da, US-Wahlen: Trumps Erfolgschancen für Klagen sehr gering.



Covid-Impfstoff ist da - Neue Höchststände an den Börsen


Das deutsche Unternehmen Biontech und der Pharmakonzern Pfizer teilten soeben mit, ihr Impfstoff biete einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19.

Schwere Nebenwirkungen wurden bisher nicht registriert worden. Biontech und der Pharmariese Pfizer wollten voraussichtlich ab der kommenden Woche die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen. «Das ist die erste Evidenz, dass Covid-19 durch einen Impfstoff beim Menschen verhindert werden kann», sagte Biontech-Chef Ugur Sahin zu Reuters. Bis Ende Jahr könnten 50 Millionen Dosen bereit stehen und bis Mitte 2021 ca. 1.5 Milliarden Dosen.

Das Weckt die Hoffnung, ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Die amerikanischen Börsen gehen auf neue Allzeithöchst und auch die Börsen in Europa legen um 5% zu.


Letzte Woche konnten fast 80% der Firmen bei der Bekanntgabe der Firmenresultate die Erwartungen übertreffen. Auch die Wirtschaftszahlen wie die Anträge auf neue Arbeitslosenunterstützung in den USA waren besser als erwartet. Dennoch war der Markt skeptisch, da in immer mehr Ländern Lockdowns beschlossen werden.


Die Nachricht mit dem Impfstoff dürfte die Zurückhaltung der Anleger beseitigen.



US-Wahlen: Trumps Erfolgschancen für Klagen sehr gering.


Laut allen Wahlprognosen gewinnt Biden fast alle wichtigen Swingstates und hat sich zum Sieger ausgerufen. Offen ist nach wie vor ob die Republikaner die Mehrheit im Senat halten können. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird dies erst im Januar 2021 bei Nachwahlen klar. Für die Börse ist das jetzt fast entscheidender, als ob Trump klagen wird. Aktuell geht die Börse davon aus, dass die Republikaner die Mehrheit behalten und somit Biden zwingen Kompromisse einzugehen. Für die Börse wäre das ein gutes Szenario.


Zu den drei Taktiken von Trump im Detail:


1. Stopp der Auszählungen: Trump hat genau dies verlangt aber leider nur in den Staaten wo es für ihn von Vorteil wäre, und bei den Anderen nicht. Daher ist das Argument fast wirkungslos verpufft. Zudem konterten die Demokraten mit dem starken Satz "Each vote counts" (Jede Stimme zählt).

Auch viele Republikaner konnten sich dem Argument nicht entziehen.

2. Wahlbetrug: Trump gab bekannt, dass er das Resultat nicht akzeptieren will und Klage einreichen will. Konkrete Beweise hat er aber bis heute nicht vorgelegt. Erste Indizien lassen die folgende Anklage vermuten:



Es sollen also Wahlunterlagen an 21'000 Verstorbene versendet worden sein.


Selbst wenn das stimmt, und alle 21'000 Stimmen Biden abgezogen werden, würde ihm das immer noch reichen. Er führt nach Auszählung von 98% der Stimmen in Pennsylvania mit 43'000 Stimmen, Tendenz noch steigend. In den anderen Swingstates ist die Lage ähnlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trump hier noch das Resultat drehen kann ist gering. Der Vorsprung von Biden ist zu gross.

3. Nachzählungen: In vielen Staaten ist das Resultat sehr eng, mit einer Differenz von 0.5% der Stimmen. Ist die Differenz unter 1% kann eine Partei eine Nachzählung verlangen, ohne für den Aufwand bezahlen zu müssen.

Bisherige Erfahrungen aus Nachzählungen zeigen aber, dass das Resultat um 500-600 Stimmen korrigiert wird. Das reicht bei weitem nicht. Der Grund für die tiefe Zahl ist der Umstand, dass in jedem Wahlbüro ein Vertreter der Republikaner und Demokraten über unklare Stimmen entscheiden, wem sie zugeordnet werden. Nach diesem Prozess bleiben nur ganz wenige Stimmen unsicher.

Der Druck auf Trump steigt mit jeder Stunde aufzugeben. Etwas was er nicht kann und nicht gewohnt ist zu tun. Bereits macht ein anderes Szenario die Runde:


Ein scheidender Präsident macht oft viel Aufsehen mit seinen Begnadigungen. Er kann sogar Leute begnadigen für etwas wo noch keine Anklage erfolgt ist. Er könnte also seine ganze Familie und treuen Freunde begnadigen für ev. Prozesse die noch folgen könnten. Er kann aber nicht sich selber begnadigen.

Wenn er aber per sofort zurücktritt und die letzten drei Monate seinem Vizepräsidenten Pence überlässt, könnte der das tun. Trump drohen einige Klagen, die er damit vom Tisch wischen könnte. Präsident Nixon hat nach Watergate genau dieses Szenario gewählt. Auch dieses Vorgehen hat seine Einschränkungen. Es betrifft nur Klagen auf Bundesebene und nicht solche in den einzelnen Bundesstaaten.

Dennoch wird es spannend sein zu sehen was Trump wichtiger ist: Seine Ideologie oder macht er schlicht ein Geschäft zu seinem Vorteil? Es bleibt spannend.


Zum Schluss noch was zum Lachen:






Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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