• Martin Bürki

Marktanalyse - W25/2021

Der Bitcoin ist Tod, es lebe der Bitcoin



Es ist ja kein Geheimnis, dass die Regierungen dieser Welt kritisch gegenüber dem Bitcoin sind. Sie fürchten den Kontrollverlust vor einer Währung die niemand kontrollieren kann. Die folgende Karte zeigt in welchen Ländern Bitcoin erlaubt, geduldet oder verboten ist.

Quelle: Howmuch.net


So erstaunt es auch nicht, dass gerade die Chinesische Regierung einen Kontrollverlust befürchtet und nun zum Schlag gegen den Bitcoin ausgeholt hat. Bisher gab es in China Restriktionen aber neu ist der Bitcoin illegal.

Die Chinesische Regierung hat am Montag beschlossen, dass Geschäfte mit Bitcoins illegal sind. Keine Firma im Finanzsektor darf mehr Dienstleitungen im Bereich Bitcoin anbieten und 90% der Miner wurden geschlossen.

Diese Nachricht hat Auswirkungen auf den ganzen Bitcoinmarkt. Der Kurs des Bitcoin ist dann auch von 36'000 auf zeitweise 29'000 gefallen. China war bisher DER zentrale Anbieter von Rechenleistungen für den Bitcoin.


Quelle: USFunds


In China wurden 60% der Hashraten berechnet. Sogenannte „Miner“ überprüfen die Transaktionen, sammeln diese in Transaktionsblöcken und verschlüsseln diese über einen Code, der als „Hash“ bezeichnet wird. Dieser Prozess wird als „Proof-of-work“ bezeichnet, der viel Rechenleistung und damit Energie kostet. Die Miner werden für Ihre Arbeit mit Bitcoins entlohnt. Diese ganze Rechenleistung fällt nun weg. Andere Miner können einspringen aber nicht in dem Ausmass wie nötig wäre. Die folgende Grafik zeigt, wie stark die Hashrate (dunkelblau) bereits eingebrochen ist.

Quelle: Blockchain.com, 26.6.2021


Mittelfristig kann die Rechenleistung ersetzt werden. Das ist aber nicht so einfach. In China gab es viele solcher Miner- bzw. Datencenter, die nun in andere Länder verschoben werden müssen.


Quelle: Twitter, TECHVESTOR, @AshrafZaman3, 22.6.2021


Der Energieverbrauch des Bitcoins ist enorm. Er braucht weltweit so viel Energie wie zum Beispiel Holland in einem Jahr verbraucht.

Quelle: BBC, Februar 2021


Alle Miner waren bisher in China, da dort die Energiekosten sehr gering sind. Diese werden nun abwandern in Länder mit ähnlich günstigen Energiepreisen. Deutschland zum Beispiel mit 0.36 USD pro Kilowattstunde ist da keine Option. Die günstigsten Länder sind:


Quelle: Statista, 26.6.2021


Der professionelle Bitcoin-Miner wird jetzt die Liste mit den Energiepreisen mit der ersten Grafik im Blog vergleichen, die aufzeigt in welchen Ländern Bitcoin legal ist. Viele Miner werden jetzt wohl nach Kasachstan oder Nigeria abwandern. Logistisch wird es nicht einfach, ganze Datencenter von China nach Nigeria zu verschieben.



Fazit: Der Bitcoin wie wir ihn kannten ist Geschichte. Die ganze Organisation und die Bereitstellung von Rechendienstleistungen muss neu organisiert werden. Zudem besteht natürlich die Gefahr, dass auch andere Länder den Weg von China folgen. Fast alle Notenbanken arbeiten daran eine eigene Kryptowährung zu schaffen, die sie dann auch kontrollieren können. Es ist aber gerade die Charakteristik des Bitcoins, dass er eben dezentral ist und eine solche Attacke überlebt.

Da die Bitcoin-User anonym sind, weiss man nicht wie viele Chinesen Bitcoins halten. Diese werden ihre Bestände nun verkaufen. Die Unsicherheit in der Organisation wie auch die Verkäufe der Chinesischen Bitcoin-Anleger, haben den Preis des Bitcoins stark einbrechen lassen.


Für sehr spekulative Anleger wird der Bitcoin jetzt aber wieder interessant. Bisher hat sich der Bitcoin stark an die Regeln der technischen Marktanalyse gehalten. 29'000 wäre hier die erste Einstiegsmarke. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch dieser Woche wurde diese Kursmarke berührt. Sollte diese Unterstützung fallen ist bei 24'000 die nächste Einstiegschance. Dies wäre dann ca. 30% unter dem aktuellen Kurs von 31'000 USD.





Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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