• Martin Bürki

Marktanalyse - W23/2021

Leicht positive Seitwärtswoche, Neue Betrachtungsweise der Wirtschaftsindikatoren, Vom Investieren mit Zyklen und zu der Frage aller Fragen

Leicht positive Seitwärtswoche


Die Aktienbörsen haben eine weitere lustlose aber leicht positive Seitwärtswoche hinter sich.

Es gibt nach wie vor zwei Lager, die sich die Waage halten. Für die Einen ist das Glas halb voll (Tolle Wachstumsaussichten, die Börse hält gut und will nicht nach unten, wie sonst üblich in so einer Phase). Für die einen ist es halb leer (Hyperinflation am Horizont, die Börse will einfach nicht weiter nach oben, da schon alle investiert sind).


Am Freitag kam etwas Leben in den Markt. Inflationszahlen aus den USA zeigten, dass tatsächlich, wie das die Notenbank hofft, die Dynamik der Inflation in einzelnen Teilbereichen wieder etwas abnimmt. Darauf gab es eine sehr starke Bewegung der Zinsen nach unten und der Technologieaktien nach oben. Die Indizes in den USA stehen nun nicht mehr weit weg von neuen Allzeithochs. Kommt es zu einem Ausbruch nach oben (das Glas ist erst halb voll) oder zu einem Doppel-Top, was technisch eine Trendwende der Märkte einläuten würde (das Glas ist halb leer).


Solange die Notenbanken so aktiv an den Märkten sind und eine sehr expansive Geldpolitik fahren sind alle Gesetzte der Physik ausser Kraft gesetzt und Voraussagen sehr schwer.


Eine sehr beachtenswerte Betrachtungsweise zeigt uns Peter Lynch. Er war über Jahre eine der erfolgreichsten Anleger und verwaltet den Fidelity Magelan Fonds. Er war das Gesicht des Erfolges bei Fidelity. Er zog sich dann vom Asset Management zurück ist aber immer noch Vice Chairman von Fidelity, einem der grössten Asset Manager weltweit. Seine Aussage: Wichtig ist das Risikomanagement. Ewig auf eine Korrektur zu warten bringt nichts. Hier geht es zum Interview.

Neue Betrachtungsweise der Wirtschaftsindikatoren


Seit Jahrzehnten ist es üblich alle wirtschaftlichen Indikatoren im Vergleich Jahr-zu-Jahr zu messen. Wir vergleichen also den Wert von einem Jahr und betrachten das Wachstum. Da vor einem Jahr alle Werte senkrecht nach unten gingen wie erst einmal in der Geschichte (1930), schnellen die Werte nun bei der Erholung extrem nach oben. Im letzten Blog haben wir diesen Basiseffekt beschrieben.


Hilfreicher ist es daher die Betrachtung auf zwei Jahre auszuweiten. So sind verlässlichere Aussagen möglich.

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 07.06.2021, Zeitspempel: 12.28


Die Grafik zeigt die enorme Zunahme der Betrachtung über einen Jahreszeitraum. Über 2 Jahre gesehen, sind wir aber noch in einem durchaus soliden Erholungsbereich, ohne eine grosse Übertreibung.


Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 07.06.2021, Zeitspempel: 13.29


Etwa gleich sieht es bei der Zunahme des Konsumentenpreisindex aus. Auch da sind wir mit einem Wert von 4.7 in einem soliden Mittelbereich. Die aktuelle Panik bezüglich Hyperinflation scheint etwas übertrieben.



Investieren mit dem Zyklus


Gemäss dem Wirtschaftszyklus zu investieren ist wie mit dem Wind und nicht gegen den Wind zu segeln. In den Wirtschaftszyklen der letzten 200 Jahre war es ratsam seine Anlagepolitik dem jeweiligen Zyklus anzupassen. Ein Wirtschaftszyklus geht normalerweise 8-12 Jahre:

Quelle: martInvestments


Unsere Anlagestrategie basiert auf diesem Zyklusmodell. Es macht also wenig Sinn eine Aktien 20 oder mehr Jahre zu halten, sondern so alle 2-3 Jahre die Favoriten zu wechseln.


Quelle: Twitter: Michael Kantrowitz, @MichaelKantoro, 4. Juni 2021


Die Grafik zeigt etwas detaillierter zu welchem Zeitpunkt welche Sektoren besonders gefragt sind. Die Pandemie hat zwar alles etwas durcheinander gebracht aber die grundsätzliche Dynamik bleiben bestehen.

Die Aktienmärkte bewegen sich natürlich nicht wie die auf den beiden letzten idealisierten Grafiken. Der Markt verhält sich eher so:

Quelle: Sentiment Trader, 6. Juni 2021



Frage aller Fragen


Die Frage aller Fragen ist nun natürlich, wo im aktuellen Zyklus wir uns befinden. Wir sehen sehr starke Indizien, dass wir uns am Ende einer langen Aufwärtsphase befinden. In der ersten Grafik ist das zwischen Ausgelassenheit und Bedenken. In der zweiten Grafik ist es zwischen Growth und Risk-Off und in der letzten Grafik würden wir, wenn die Börse in der nächsten Woche nach oben ausbricht, die letzte Enthusiasmus-Stufe erreichen.




Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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