• Martin Bürki

Marktanalyse - W20/2021

Achterbahn der Börsenkurse, Von Blasen und Risiken, Zinsen und der USD


Achterbahn der Börsenkurse


Die Börsen bewegten sich die letzte Woche unter enorm hoher Volatilität seitwärts. Nachdem der DAX letzte Woche aus dem Seitwärtstrend von einem Monat nach unten ausgebrochen war, schnellte er am Dienstag nochmals auf ein neues Allzeithoch, um dann wider einzubrechen. Auch in den USA sind die Schwankungen hoch, aber die Kurse doch etwas von den Allzeithöchstständen weg.


Ein solches Verhalten der Kurse deutet auf einen heftigen Kampf der Bullen (die an steigende Märkte glauben) und Bären (die an sinkende Märkte glauben). Ein solches Verhalten der Kurse kommt meist vor einem grösseren Trendwechsel vor. In dem Fall wäre dies eine Bewegung nach unten.



Von Blasen und Risiken


Ein interessanter Bericht ist jeden Monat die Umfrage der Bank of America bei den 200 grössten Fondsmanagern. Diese verwalten fast 650 Milliarden an Vermögen. Ihre Meinung ist wichtig, da ihre Investitionen den Markt bewegen.


Zuerst wurde die Frage gestellt, wo die Fondsmanager die grössten fehlerbehafteten Märkte sehen:

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 20.5.2021, Zeitspempel: 16.08


Nicht ganz überraschend ist der Bitcoin an erster Stelle. Die Umfrage wurde vor dem Bitcoin Crash von letzter Woche durchgeführt und zeigt wie interessant es ist diesen Bericht zu studieren.

Vor einem Monat war noch der Technologiesektor als völlig überbewertet gesehen worden. Auch diese Prognose traf zu und der Sektor hat stark korrigiert, liegt aber immer noch an zweiter Stelle. Die Korrektur im Technologiesektor sollte also noch nicht vorüber sein.


Interessant ist zu sehen, dass bereits an dritter Stelle die ESG-Werte liegen. Braut sich da die nächste Blase zusammen? Eine gewisse Vorsicht ist auf jeden Fall angebracht.


Die zweite Frage war, wo die Fondsmanager die grössten Risiken sehen:

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 20.5.2021, Zeitspempel: 17.23


Covid ist nicht mehr an der ersten Stelle. Dies zeigt, dass für die Börse Covid eigentlich schon vorbei ist und sich die grossen Anleger auf die Firmen konzentrieren, die nach der Covid-Krise das grösste Potential haben.


Die Umfrage zeigt sehr gut das Dilemma der Anleger auf. An erster Stelle steht die Inflation. Was ist das beste Mittel gegen die Inflation? Zinserhöhungen und eine Restriktive Geldpolitik. Genau diese Massnahme der Notenbank wird aber als zweit-höchstes Risiko eingeschätzt. Man muss kein Prophet sein um festzustellen, dass entweder die Sorge 1 oder die Sorge 2 zutreffen wird. Egal was kommt, Beides wird die Börse negativ beeinflussen. Positive Nachrichten sind da nicht möglich.


Die Sorgen um höhere Steuern in Amerika hat an Brisanz verloren. Das liegt daran, dass Biden mit seinen Plänen sogar in der eigenen Fraktion auf Widerstand stösst und die Mehrheiten im Parlament extrem knapp sind. Biden wird seine Pläne nicht ohne weitgehende Kompromisse durchführen können.



Zinsen und der USD


Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung weist Parallelen zu der Zeit vor und nach der Dot-Com-Bubble auf. Der USD entwickelt sich dann auch erstaunlich genau wie zu der Zeit:


Quelle: Twitter: ISABELNET, @ISABELNET_SA, 21. Mai 2021


Gemäss dieser Grafik dürfte der USD in den nächsten Jahren eher tiefer als höher sein. Interessant ist auch die Saisonalität des USD. Die folgende Grafik zeigt den durchschnittlichen Verlauf des USD über 20 Jahre auf:

Quelle: Twitter: Jay Kappel, @jaykappel, 21. Mai 2021


Anfangs Jahr legt der USD meist zu, um dann ab Mai und durch den Sommer durch schwächer zu werden.


Unterstützt wird diese Sorge um den USD noch mit zwei weiteren Aspekten. Durch die Covid Unterstützungspakete von Biden hat die USA einen enormen Finanzierungsbedarf, aber wer will aktuell US-Staatsanleihen kaufen? Durch die höheren Inflationsraten ist die reale Rendite in den USA auf einem nie dagewesenen Tiefstand:


Quelle: Twitter: The Daily Shot, @SobertLook, 18. Mai 2021


Ein Anleger erzielt also bei einem Kauf amerikanischer Staatsanleihen, nach Abzug der Inflation eine jährliche Einbusse von 4.1%. Da bleibt nur noch die Notenbank selbst als Käufer. Bei solchen Zahlen werden keine neuen Gelder in die USA fliessen, was den USD stützen könnte.




Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


Disclaimer:

Die Inhalte in den Blogs dienen ausschliesslich zu der allgemeinen Information und dazu, dass sich potentielle Kunden ein Bild über unsere Arbeitsweise machen können. Es sind keine Empfehlungen, die zu dem Erwerb oder Verkauf von Vermögenswerten führen sollen und keine Anlageberatung. martInvestments kann nicht beurteilen ob und wie die gemachten Aussagen zu Ihren Anlagezielen und ihren Risikoprofil passen. Wer auf der Basis von diesen Blogeinträgen Anlageentscheide trifft, trifft diese ausschliesslich auf eigene Verantwortung und Gefahr. martInvestments kann nicht für allfällige Verluste verantwortlich gemacht werden, die sie aufgrund von Informationen in diesem Blogeintrag gemacht haben. Die erwähnten Produkte sind keine Empfehlung, sondern es soll aufgezeigt werden wie martInvestments arbeitet und solche Produkte aussucht. martInvestments ist zudem völlig unabhängig und verdient kein Geld in irgendeiner Form von Produktanbietern.

23 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen