• Martin Bürki

Marktanalyse - W09/2021

Never fight the FED, oder was Jerome Powell diese Woche NICHT sagte. Warum US-Technologiewerte besonders leiden.


Die Zinsen in den USA steigen weiter und die Aktienbörsen korrigierten auch diese Woche. Insbesondere einige Technologietitel in Amerika brachen stark ein. Der US-Technologieindex NASDAQ hat nun seit dem höchst 10% korrigiert. Die Anlagestimmung ist schlecht und man geht von weiteren Korrekturen nächster Woche aus, bis sich der Markt stabilisieren kann.


Historisch gesehen gibt es eine starke Korrelation zwischen dem US-Einkaufsmanagerindex (ISM) und den 10-jährigen Staatsanleihen:

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 05.3.2021, Zeitspempel: 10.02


Die sehr guten Werte des US-Einkaufsmanagerindex lässt darauf schliessen, dass die 10-jährigen US-Zinsen bis auf 3% ansteigen könnten. Das wäre ein massiver Anstieg in kurzer Zeit und könnte die Nach-Covid-Erholung der Wirtschaft abwürgen.



Never fight the FED, oder was Jerome Powell diese Woche NICHT sagte.


Auslöser des Zinsanstiegs in der letzten Woche war die Anhörung des US-Notenbankchefs Jerome Powell vor dem Senat und dem Repräsentantenhaus. Er sagte "wir nehmen den Zinsanstieg zur Kenntnis". Die Marktteilnehmer hatten aber erwartet, dass er andeutet die Notenbank könnte es sich überlegen kurzfristige Anleihen zu verkaufen und langfristige zu kaufen um den Zinsanstieg der 30-jährigen Anleihe zu stoppen. Man dachte zuerst, dass auch ein Notenbankchef Fehler machen kann und er die Pressekonferenz von dieser Woche nutzt um die Aussage noch nachzuholen. Aber daraus wurde nichts.


Aufgrund des riesigen COVID-Paketes von 1900 Milliarden besteht die grosse Gefahr, dass die Wirtschaft in den USA, die jetzt schon sehr stark ist, überhitzen könnte. Daher hatte Powell fast keine andere Möglichkeit als ein Zeichen zu setzten und jetzt Luft aus der Börsenblase raus zu lassen und eine Korrektur zu zu lassen.

Es zeigt sich wieder mal, dass der Schlüssel um die Märkte zu verstehen die Notenbankpolitik ist. Sich dagegen zu wehren bringt nichts. Das wäre wie ein Segler, der nicht mit dem Wind sondern gegen den Wind fahren will.


Wir gehen davon aus, dass der NASDAQ nicht mehr als 15-20% korrigieren sollte. Was uns zu dem Schluss veranlasst ist, dass der VIX-Index, der die Volatilität misst, nicht überdurchschnittlich zugenommen hat. Der breite Markt ist bisher nicht in Panik geraten. Wir haben vor 2 Wochen stark die Technologiegewichtung reduziert und die Bargeldposition aufgebaut. Wir behalten das wohl auch nächste Woche bei, aber würden bei starken Einbrüchen oder spätestens bei 11'000 im NASDAQ wieder einsteigen.


Warum US-Technologiewerte besonders leiden.


Die folgende Grafik zeigt den Anteil von Neuemissionen von Aktien im Technologiebereich die nicht profitabel sind:

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 05.3.2021, Zeitspempel: 16.07


Der Wert ist mit 80% sehr hoch, so hoch wie letztes Mal in der Technologieblase im Jahre 2000. Warum ist das wichtig? Verluste können nur mit mehr Kapital, insbesondere mit Krediten aufgefangen werden. Und diese Kredite werden jetzt massiv teurer. Dies könnte einzelne Technologiewerte in den Konkurs treiben und wird bei vielen die Profitabilität massiv verringern.

Man sah dann auch letzte Woche, dass die "alten" (und seit Jahren profitablen) Technologiewerte wie IBM oder Cisco wesentlich weniger an der Börse einbüssten als einige der Technologie-Highflyer des letzten Jahres.




Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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