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  • martin1060

Marktanalyse - Kalenderwoche 50/2023

Aktualisiert: 22. Dez. 2023

Rückblick 2023 und Ausblick 2024



Chart der Woche



Quelle: YouTube, Mario Lochner, 16.12.2023, Zeitstempel: 04.57


Die Grafik zeigt die Prognose jedes der stimmberechtigten Vertreter der US-Notenbank FED, die über die Höhe des Leitzinses entscheidet. Jeder Punkt stellt die Stimme einer der Mitglieder dar.


Nach dem starken Anstieg an den Aktienmärkten dürften die Kurse etwas an Dynamik verlieren.


Quelle: The Kobeissi Letter, @KobeissiLetter, 19.12.2023


Die Grafik zeigt die Höhe der Mittelzuflüsse in den SPY-ETF auf dem S&P 500. Am 19. Dezember sahen wir den grössten Mittelzufluss in den ETF seit der Messung von 1990. Mit der Höhe an Mittelzuflüssen kann es nicht weitergehen.



Warum das wichtig ist


Letzte Woche sorgte die US-Notenbank für ein Kursfeuerwerk. Die Kursreaktion nach oben war die drittstärkste nach einer Notenbanksitzung seit 1980. Die Mehrheit der Mitglieder des Gremiums, sehen den Leitzins in 2024 bei 4.5 %. Da die Notenbank die Zinsen in der Regel um 0.25 % verändert, entspricht das drei Zinssenkungen nach unten im nächsten Jahr. Zur Erinnerung: Bei der letzten Notenbanksitzung wollte der Chef der Notenbank Jerome Powell einer Aussage zu Zinssenkungen nicht zustimmen und jetzt sind gerade drei Stück im nächsten Jahr im Bereich des Möglichen.


Diese Trendwende ist bemerkenswert. Die Zinsen in den USA haben dann auch postwendend stark gesunken.

Die europäische Notenbank gab sich wesentlich zurückhaltender und wollte gleiche Aussagen wie ihre amerikanischen Kollegen nicht bestätigen. In den USA scheint die Trendwende bei den Zinsen nun klar zu sein, in Europa können sie noch weiter steigen. Das spricht für eine tendenziell sinkende Zinsdifferenz zwischen den USA und Europa und somit zu einem stärkerem EUR.


Rückblick 2023


Die Grafik stellt stellvertretend für viele andere Märkte.


Quelle: Tradingview, Marmot


Die Grafik zeigt die Kursentwicklung des Euro Stoxx einem der wichtigsten Indizes für europäische Aktien.

2023 lässt sich in drei Phasen unterteilen. Vom Jahresanfang bis Mitte 2023 kam es zu einem der stärksten Anstiege zu einem Jahresbeginn seit über 50 Jahren. Dem setzte die Bankenkrise in den USA ein Ende und es kam zu einer Seitwärts-Tendenz von Februar bis November. Anfangs November begann dann eine fulminante Weihnachtsrallye. Wer die erste Aufwärtsbewegung 2023 verpasst hatte, hinkte das ganze Jahr der Rendite hinterher.


Der Markt musste den extrem starken Zinsanstieg vom letzten Jahr verarbeiten. Im Frühling führte dies zu der Bankenkrise und in den letzten Monaten macht der Konkurs von diversen Immobilen-Anbietern die Runde.


Die Hauptfrage, die viele Anleger beschäftigte war, ob es zu einer Rezession kommt oder nicht. Viele hatten bereits im Frühling 2023 eine Rezession erwartet, aber sie kam schlussendlich (noch?) nicht.


Quelle: Twitter, Mohamed A.El-Erian, @elerianm, 04.12.2023


Die Grafik zeigt die wirtschaftliche Entwicklung bei den langlebigen Gütern (blaue Linie) (Maschinen, Autos usw.) und im Dienstleistungssektor (grüne Linie). Die schwarze Linie zeigt die Gesamtzahl.


Die Schlussfolgerung aus dieser Grafik lautet:

Wir haben bereits eine Rezession bei den langlebigen Gütern, aber nicht bei den Dienstleistungen.

Die meisten Wirtschaftsindikatoren wie der LEI (Leading Indicators) sind sehr industrielastig und zeigen eine Rezession an, aber die Inflation sinkt zu wenig und die Arbeitslosigkeit steigt auch nicht.



Ausblick 2024


Die Hauptfrage, die uns 2024 beschäftigen wird, ist nach wie vor, ob die Rezession noch kommt oder nicht.

Mögliche Zinssenkungen treiben aktuell die Euphorie am Markt an, aber schlussendlich wird die Notenbank in den USA die Zinsen nur senken, wenn es der Wirtschaft schlecht geht und es Impulse braucht, um die Wirtschaft zu beleben. Eine schlecht laufende Wirtschaft wäre aber schlecht für viele Aktien.


Seit der Gründung der US-Notenbank kam es 15 Mal zu einem Zyklus von Zinserhöhungen, um die Wirtschaft zu bremsen und die Inflation zu bekämpfen. In 14 der 15 Fällen bremste sie zu stark und es kam zu einer Rezession. Nur ein Mal, 1993, gelang eine sanfte Landung.


Quelle: YouTube, Mario Lochner, 16.12.2023, Zeitstempel: 16.32


Die aktuelle Situation an den Märkten wird regelmässig mit der Zeit von 1972 bis 1985 verglichen. Nach einer langen Zeit mit sehr tiefen Zinsen, stiegen diese sehr stark an. Die Parallelen in der Entwicklung der Inflation mit dieser Zeit sind in der Tat verblüffend.


Falls wir diesem Plan folgen, würden wir bis im Herbst eine weiter sinkende Inflation sehen. Dann müsste man aber auf eine Trendwende gefasst sein.


Obschon wir eine starke Marktralley hatten, sind viele institutionellen Anleger noch mit historisch hohen Geldmarktanlagen unterwegs. Auch langfristige Betrachtungen sprechen dafür, dass die Aufwärtsbewegung weitergeht.


Quelle: YouTube, Mario Lochner, 16.12.2023, Zeitstempel: 16.32


Die Grafik zeigt die Durchschnittsrendite des S&P 500 seit 1984 in allen Fällen, bei denen es nach der ersten Zinssenkung zu einer Rezession kam (graue Linie) oder zu keiner Rezession (blaue Linie).

Die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet die erste Zinssenkung im März 2024. Das heisst, wir befinden uns 3-4 Monate vor der ersten Zinssenkung (roter Pfeil). In allen Fällen seit 1984 stieg die Börse in den 3 Monaten vor der ersten Zinssenkung an (grüner Pfeil).


Wir rechnen mit einem positiven Start in das neue Jahr. Dies wird noch mehr Anleger dazu bewegen, wieder in Aktien zu investieren.


Aber wie ein Sprichwort sagt: "Die Kuh ist noch nicht vom Eis". Es gibt nach wie vor viele Anzeichen, die auf eine mögliche Rezession hindeuten.


Wir glauben nach wie vor an den langfristigen Finanzmarktzyklus und an eine Rezession.


Quelle: Isabelnet, 23.02.2023


Basierend auf diesem langfristigen Finanzmarktmodell, glauben wir, dass wir uns immer noch in der Phase 4 befinden. Das heisst, Anlagen in Qualitätstitel und grosse Firmen (Large und Mega Caps) sind nach wie vor die favorisierte Anlage.

Im Anleihenbereich profitiert man vor allem bei Staatsanleihen von sinkenden Zinsen. Bei einer Rezession und höheren Konkursraten steigen die Risikozuschläge für Firmenanleihen und mindern deren Rendite.


Mit dem Bericht melden wir uns ab für dieses Jahr. Wir wünschen allen treuen Leserinnen und Lesern schöne Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.






Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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