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  • martin1060

Marktanalyse - Kalenderwoche 49/2022

Aktualisiert: 13. Dez. 2022

Volatile Zeit für Anleger, USA vs. Europa: steht eine Trendwende bevor?


Chart der Woche


Quelle: YouTube, Markus Koch Wall Street, 6.12.2022, Zeitstempel: 06.38

Die Grafik zeigt die Anzahl Tage in den vergangenen 252 Tagen (1 Jahr), an denen die Tagesveränderung an den Börsen höher als 1,5% lag. 95% aller Tagesrenditen liegen zwischen +1% und -1%. Eine Tagesveränderung über 1,5% liegt weit über dem Durchschnitt. Der aktuelle Wert dieses Indikators ist der dritthöchste seit 1950. Nur nach dem Platzen der Dotcom-Blase 2000 und in der Finanzkrise waren die Werte höher.


Warum das wichtig ist


In volatilen Marktphasen ist es essenziell einen klaren Anlageplan und eine langfristige Anlagestrategie zu haben und an der festzuhalten. Hohe Tagesveränderungen sollten einem nicht aus dem Konzept bringen lassen. Nur so erzielt man langfristig eine gute Rendite.



Ein Jahr der Rekorde


2022 war ein bemerkenswertes Jahr. Viele Statistiken zeigen Werte an, die es so noch nie gab. Aber wir hatten auch fast nie mit einer weltweiten Pandemie zu kämpfen, solange negative Zinsraten und dazu noch ein Krieg, der die Energiepreise massiv steigen lässt. Hier eine Auswahl einiger der Rekordwerte:


Quelle: Twitter: James Choi, @JC_Investment, 08.12.2022


Die Grafik zeigt die Anzahl ausstehender Put-Optionen an der CBOE-Börse. Die CBOE ist eine der grössten Terminbörsen der USA. Put-Optionen werden verwendet, um ein Portfolio abzusichern. Das funktioniert wie eine Versicherung. Es haben noch nie seit 1996 so viele Anleger ihre Portfolios gegen sinkende Kurse abgesichert wie heute.

Der Artikel, in dem die Grafik publiziert war, hat den Titel: "Sogar ihr Uber-Fahrer ist aktuell in Put-Optionen investiert." In der Vergangenheit führten solche hohen Werte an ausstehenden Put-Optionen in der Regel zu einer Trendwende nach oben.

Quelle: Twitter: Charlie Bilello, @charliebilello, 10.12.2022


Die Grafik zeigt eine Erhebung der Universität Michigan zum Konsumentenvertrauen, die seit 1950 durchgeführt wird. Auch hier sehen wir den tiefsten Wert seit der Erhebung des Indikators. Noch nie waren die Konsumenten so negativ eingestellt. Das führt zu einem stark sinkenden Konsum und grosse langfristige Investitionen werden aufgeschoben. Der Wert lässt auf eine nahe Rezession schliessen.

Quelle: Isabelnet, 10.12.2022


Anleger, die Angst vor Verlusten haben, investieren normalerweise in Obligationen. Staatsobligationen der USA gehören zu den sichersten Anlagen weltweit. In dem Jahr mussten aber Investoren den höchsten Verlust in US-Staatsanleihen seit 1920 hinnehmen.



Die Grafik zeigt den Spread (bzw. die zusätzliche Rendite) den man für Firmen mit einer schlechten Bonität in Europa, im Vergleich zu Staatsanleihen bekommt (dunkelblaue Linie). Ausgehend vom aktuellen Stand des iTraxx Crossover von 655 Basispunkten geht der Markt von einer kumulativen Ausfallquote von 44 Prozent in den nächsten fünf Jahren aus. Dies ist ein noch nie dagewesenes Niveau; selbst während der großen Finanzkrise erreichten die Ausfälle nur einen Spitzenwert von knapp über neun Prozent und gingen dann in den folgenden drei Jahren zurück.


Unser Fazit aus den Grafiken: Die Anleger gehen aktuell von einem Horrorszenario aus. An den Finanzmärkten sagt man "Es sind extrem negative Szenarien in den Kursen eingerechnet". Wir glauben nicht, dass diese Horrorszenarien eintreffen und rechnen mit positiven Überraschungen, was die Kurse 2023 beflügeln könnte.



USA vs. Europa

Als der Krieg in der Ukraine begann, gab es viele Stimmen die prognostizierten, dass europäische Aktien nun weit schlechter abschneiden würden als die in den USA. In den ersten zwei Wochen nach dem Kriegsbeginn war dies auch der Fall. Ab da liefen die Kurse aber weitgehend parallel und konnten in den vergangenen Wochen wieder Boden gutmachen.

Quelle: Twitter: Bespoke, @bespokeinvest, 09.12.2022


Seit Kriegsbeginn in der Ukraine haben europäische Aktie besser abgeschnitten als die in den USA. Langfristig betrachtet sieht es aber anders aus.


Quelle: Isabelnet, 10.12.2022


Die Grafik zeigt die Out-Performance von Aktien in den USA gegenüber dem Rest der Welt (RoW). Seit 2010 sehen wir die grösste Out-Performance von US-Aktien, die es seit 1950 gab. Es mehren sich aber die Zeichen, dass es bald zu einer Trendwende kommen könnte. Insbesondere die Technologieaktien, aber auch Firmen wie Amazon oder Tesla sind in grösseren Korrekturphasen und müssen zum Teil gegen den Trend der allgemeinen Wirtschaft massiv Belegschaft entlassen.


Quelle: Twitter: Reformed Trader, @Reformed_Trader, 09.12.2022


Die Grafik zeigt die Kursentwicklung des S&P 500 seit dem Dezember 2021. Die Börse befindet sich seit diesem Zeitpunkt in einem Abwärtstrend. An der sinkenden Trendlinie sind die Kurse bereits dreimal abgeprallt. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein, ob wir für 2023 in dem Abwärtstrend bleiben oder ob es 2023 zu einer Trendwende kommt und der Abwärtstrend nach oben durchbrochen wird. Aufgrund unserer Analyse und den Indikatoren, die wir weiter oben zusammengetragen haben, denken wir, die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass die Kruse gegen oben ausbrechen und es zu einer Trendwende kommt, anstatt ein Verharren in dem Abwärtstrend.





Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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