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  • martin1060

Marktanalyse - Kalenderwoche 47/2023

Folgt eine Rezession der Wirtschaft?, meistgefragte Anlagen, zurück gebliebene Small Caps.




Chart der Woche


Quelle: Isabelnet. 22.11.2023


Das Diagramm zeigt einen Index der wichtigsten Frühindikatoren (LEI) und die Wirtschaftsleistung in den USA seit 1974. In allen blauen Phasen zeigte der LEI ein Wachstum der Wirtschaft an und in den roten Phasen ein Schrumpfen. Dies wird durch die schwarze Linie bestätigt, die die Wirtschaftsleistung anzeigt. Der graue Balken im Hintergrund hebt alle Zeiten einer Rezession hervor.



Warum das wichtig ist


Seit 1974 folgte auf alle Phasen, in denen der LEI stark negativ war und die Wirtschaftsleistung abnahm, eine Rezession. Seit März 2023 erwarten viele Anleger eine Rezession, aber die Wirtschaft wächst weiter.


Das ist derzeit das grosse Rätsel. Selbst bei einer sich abzeichnenden Rezession kaufen die Verbraucher, als gäbe es kein Morgen. Auch die Unternehmensgewinne steigen.


Quelle: Isabelnet. 20.11.2023


Die Grafik zeigt, dass sowohl in den USA (S&P 500), Europa (STOXX 600) und Japan (Topix) mehr Anpassungen der Analysten für höhere Firmengewinne erfolgen als für tiefere Firmengewinne. In einer sich anbahnenden Rezession müsste es genau umgekehrt sein.

Nur in den Schwellenländern  (MSCI EM) sehen die Erwartungen schlecht aus. Hier erwarten die meisten Analysten sinkende Firmengewinne.


Kommt die Rezession nun oder nicht? Zwei bedeutungsvolle Indikatoren (LEI und Firmengewinne) widersprechen sich.


Wir sind überzeugt, dass eine Rezession folgen wird. Seit es in den USA die Notenbanken gibt, haben sie 15 Mal die Zinsen erhöht, um eine steigende Inflation zu bekämpfen. 14 Mal haben sie die Zinserhöhungen übertrieben und es folgte eine Rezession. Nur einmal, 1993 gelang ein Soft Landing.



Meistgefragte Anlagen



Quelle: Isabelnet. 22.11.2023


Die Grafik zeigt, wie viel Anleger in Geldmarktfonds investieren. Die Bestände an Geldmarktfonds sind auf ein absolutes Höchst gestiegen. Viele institutionelle wie private Anleger parken Geld in Geldmarktanlagen bzw. Obligationen mit 6 Monaten Laufzeit. Dies hat sicher auch mit der inversen Zinskurve zu tun. Kurzfristige Anlagen haben eine höhere Rendite als langfristige Ablagen.


Wenn auch nur ein Bruchteil dieser Gelder wieder in den Aktienmarkt, fliesst, wird dies eine grössere Börsenrallye auslösen.



Quelle: Isabelnet. 20.11.2023


Die Grafik zeigt, wie viele Anleger im letzten Jahr welchen Aktien-Sektor investiert haben. Hier sticht vorwiegend der Technologie-Sektor ins Auge. Fast alle Neugelder flossen 2023 nur in diesen einen Sektor. Der Grossteil der Sektoren musste Geldabflüsse verzeichnen.

Sollte Geld aus den Geldmarktanlagen fliessen, so ist zu erwarten, dass diese Gelder eher in die zurückgebliebenen Sektoren fliessen werden.



Zurück gebliebene Small Caps


Quelle: Twitter, Jurrien Timmer, @TimmerFidelity, 24.11.2023


Die Grafik zeigt die Rendite von kleinen Firmen (Small Caps) in den USA in den verschiedenen Phasen, in denen die Notenbank die Zinsen erhöht hat. Die senkrechte Linie im Chart markiert das Datum der ersten Zinserhöhung der US-Notenbank.


In fast allen bisherigen Zinserhöhungszyklen haben Small Caps gut gehalten bzw. sogar zulegen können. Nur 1974 war die Rendite schlechter. 1974 ist aber genau der Zinserhöhungszyklus, der oft als mögliche Entwicklung für den aktuellen Zyklus zur Hand genommen wird, da er sehr viele Parallelen zur aktuellen Situation aufweist. Wir investieren darum aktuell auch noch nicht in Small Caps.


Quelle: Twitter, The Daily Shot, @SobertLook, 03.10.2023


Die Grafik zeigt die Rendite von Small Caps in Relation zum Technologieindex NASDAQ seit 1987. Small Caps sind aktuell gegenüber dem NASDAQ noch tiefer unterbewertet als vor dem Platzen der Dot-Com Blase im Jahr 2000. Es mehren sich erste Zeichen in der technischen Finanzmarktanalyse, dass ein Umschwung bald geschehen könnte.



Quelle: Twitter, Jurrien Timmer, @TimmerFidelity, 24.11.2023


Eine spezielle Art von Small-Caps sind Meme-Aktien. Eine Meme-Aktie ist eine Aktie, die bei Privatanlegern durch soziale Medien an Popularität gewinnt. Die Popularität von Meme-Aktien beruht in der Regel auf Internet-Memes, die von Händlern auf Plattformen wie Reddit geteilt werden. Beispiele solcher Aktien sind Gamestop oder Tupperware. Oft haben diese Aktien strategische oder finanzielle Probleme und werden von institutionellen Anlegern kaum gekauft.

Wir warnen hier eindringlich in solche Aktien zu investieren. Gegenüber den Höchstkursen 2021 haben diese Aktien auch bis zu 75 % an Wert eingebüsst. Kurzfristig sind abenteuerliche Kurssprünge möglich, aber in eine langfristige Anlagepolitik passen Anlagen in Meme-Aktien nicht.




Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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