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  • martin1060

Marktanalyse - Kalenderwoche 46/2023

Inflation kühlt sich an - Börse jubelt, Szenario Analyse - wie schlimm wäre eine Rezession?, Positionierung der grossen Investoren für 2024.



Chart der Woche



Quelle: YouTube, Mario Lochner, 18.11.2023, Zeitstempel: 5.29


Vergangene Woche wurden neue Zahlen zur Entwicklung der Inflation (CPI) in den USA veröffentlicht. Die Grafik zeigt mit den gelben Säulen die offizielle Inflationszahl und mit der schwarzen Linie die Inflation ohne die beiden volatilen Komponenten Energie und Nahrungsmittel.


Warum das wichtig ist


Die Core-Inflation war unverändert und die Inflation ohne Energie und Lebensmittel hat abgenommen. Diese Zahlen führten zu einem Aufatmen und einer grossen Erleichterung. Die Inflation nimmt ab und die US-Notenbank wird die Zinsen nicht weiter erhöhen müssen. Das war genau, was die Börse liebt und die Aktienkurse schossen nach oben.


Wichtig für die Börse ist das Umfeld für Firmen und wie einfach es für Firmen ist, ihr Geschäft zu finanzieren und Kredite aufzunehmen.


Quelle: YouTube, InvestAnswers, 18.11.2023, Zeitstempel: 11.37


Die Grafik zeigt den National Financial Conditions Index (NFCI) der Chicago Fed. Wöchentlich liefert der Index ein umfassendes Update zu den finanziellen Bedingungen auf den Geldmärkten, den Anleihe- und Aktienmärkten sowie dem traditionellen und dem "Schatten"-Bankensystem in den USA.

Seit die Notenbanken 2021 begonnen haben, die Geldmenge zu reduzieren (QT, Quantitative Tightening) und die Zinsen zu erhöhen, haben sich die Möglichkeiten für Firmen sich zu finanzieren verschlechtert. Wie die Grafik oben zeigt, hat sich seit Anfang 2023 hat die Situation für Firmen bereits wieder verbessert. Die Lage für Firmen sich an den Finanzmärkten zu finanzieren ist weit weniger schlimm, als viele denken.



Szenario Analyse - wie schlimm wäre eine Rezession?


Das Lager der Investoren, die denken, dass wir bald in eine Rezession gehen, weil die Notenbanken die Zinsen zu schnell und zu hoch gesetzt haben und derjenigen, die mit einem Soft-Landing rechnen, sind etwa gleich gross.


Quelle: Isabelnet. 17.11.2023


Die Grafik von der angesehenen Investmentbank Goldman Sachs zeigt vier verschiedene Szenarien auf und was sie für die Aktienbörse bedeuten.

Das Basisszenario geht von sinkender Inflation und einem leichten Wachstum aus, also dem Szenario des Soft Landing. Bewahrheitet sich dies, so sieht Goldman Sachs für 2024 einen Anstieg der Aktienbörse von 6 % (roter Rahmen). Kommt es zu einer Rezession (zweiter roter Rahmen), so würde nach Goldman Sachs die Aktienbörse 2024 um 16 % nach unten reagieren.

Eine Rezession ist sicher nicht gut, aber das Sinken der Börse um 16 % ist eine normale Korrektur, wie wir sie in der Vergangenheit schon oft gesehen haben. Goldman Sachs gibt dem Szenario einer Rezession eine Wahrscheinlichkeit von nur 15 %. Sich darum bei einer langfristigen Anlagestrategie davon abhalten zu lassen zu investieren, ergibt keinen Sinn.



Positionierung der grossen Investoren für 2024.


In Amerika liegen ca. 70 % aller Aktien in den Händen von institutionellen Anlegern. Damit sind Banken, Pensionskassen und Fonds (normale und Hedge Fonds) gemeint. Für die Entwicklung der Börse ist daher essenziell, wie sich diese Anleger aktuell verhalten und welche Veränderungen sie planen.

Die Bank of America führt jedes Quartal eine Umfrage bei den institutionellen Anlegern durch. In diesem Blog analysieren wir diese Umfrage regelmässig, um besser abzuschätzen, was auf uns zukommt.



Quelle: Isabelnet. 18.11.2023


Als Erstes wurden die institutionellen Anleger gefragt, ob sie die aktuelle Aktienrallye für nachhaltig halten oder nur ein Strohfeuer und die Börse weiter sinken wird. Hier sind 61 % der Anleger der Meinung, dass die Börse weiter nach unten drehen wird.


Quelle: Isabelnet. 17.11.2023


Die Anleger werden auch jedes Quartal gefragt, wo sie die grössten Risiken sehen. Mit den Kriegen in der Ukraine und Israel ist nicht erstaunlich, dass seit September den geopolitischen Risiken immer mehr Beachtung gegeben wird. Auf der anderen Seite schwächt sich die Gefahr einer weiter hohen Inflation, weiter ab.

Welche Schlussfolgerungen ziehen nun die institutionellen Anleger daraus für das nächste Jahr?


Quelle: Isabelnet. 17.11.2023


Hier wurden die Anleger gefragt, welche Anlageklasse für 2024 die Beste sein wird. 54 % sind überzeugt, dass Anleihen 2024 die beste Anlageklasse sein werden. Nur gerade 29 % sehen Aktien als die beste Anlageklasse.


Quelle: Isabelnet. 18.11.2023


Sehr viel Geld ist in dem Jahr in Geldmarktinstrumente und kurzfristige Anleihen geflossen. Darum war dann auch die Frage an die institutionellen Anleger, ob sie planen, die Laufzeit der Anleihen zu erhöhen. Hier ist die Antwort erstaunlich, nur 33 % planen dies zu tun.


Aktuell haben sehr viele Anleger eine massive Übergewichtung in Geldmarktanlagen und sind eher untergewichtet in Aktien. Wie die Umfrage oben zeigt, scheinen auch viele diese Positionierung nicht ändern zu wollen.

Wie die Vergangenheit gezeigt hat, liegen die meisten Anleger oft falsch. Wir halten uns aktuell an das Ablageverhalten, dass auch Warren Buffett zurzeit verfolgt. Er ist positiv auf (Substanz- und Qualitäts-) Aktien und legt die Bargeldbestände in US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von einem Jahr an, um jederzeit die Aktienquote erhöhen zu können. Auch wir denken, dass die Aktienmärkte positiver überraschen könnten, als die Meisten denken.





Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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