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  • martin1060

Marktanalyse - Kalenderwoche 42/2021

Gute Quartalszahlen führen US-Börse zu neuem Allzeit-Höchst. Kommt nun die übliche Weihnachtsrallye oder sind die Anleger zu optimistisch?; Bitcoin Kurs legt in 3 Wochen um 50% zu.


Chart der Woche

Quelle: Isabelnet, 19.10.2021


Der Chart zeigt den durchschnittlichen Kursverlauf durch das Jahr des S&P 500 seit 1990 an (schwarz und grau). Die rote Linie zeigt den aktuellen Kursverlauf in diesem Jahr.


Warum das wichtig ist:

Anleger verhalten sich oft nach gewissen Mustern, die mit der Theorie der Massenpsychologie erklärt werden. Eine der am meisten zitierten Börsenregeln ist: "Sell in May and go away, but don't forget to come back in September or October". Zwischen Mai und Oktober ist die Rendite an den Aktienmärkten meist schlecht. In der Vergangenheit musste man aber im Oktober investiert sein, um die Weihnachtsrally nicht zu verpassen.


Gute Quartalszahlen führen US-Börse zu neuem Allzeit-höchst


Bisher haben 84% aller Firmen die die Gewinne für das dritte Quartal publiziert haben positiv überrascht. Dies ist ein aussergewöhnlicher hoher Wert. Dies führte dazu, dass der S&P 500 auf eine neues Allzeit-Höchst vorstossen konnten.

Quelle: TradingView


Der Chart zeigt den Preisverlauf des S&P 500 Index über 20 Jahre. In den letzten 13 Monaten, seit dem Einbruch der Covid-Krise, hat sich der Preis verdoppelt.


Zu Euphorisch sollte man aber nun nicht werden. Schaut man etwas tiefer in das Kursgeschehen, zeigen sich erste Alarmsignale.

Von den Firmen die Gewinne ausgewiesen haben und diese auch übertroffen haben, legte der Kurs in den Folgetagen nur 0.2% zu. Der tiefste Wert in den letzten 5 Jahren. Ein Indiz, dass das Kurpotential stark abnimmt. Gleichzeitig wurden Firmen die die Erwartungen nicht erfüllt haben sehr stark bestraft.


Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 22.10.2021, Zeitstempel: 2.54


Der Chart zeigt die Rendite derjenigen Aktien im S&P 500 auf, die die Gewinnerwartungen nicht erfüllt haben. Am Tag nach der Gewinnankündigung haben die Titel im Durchschnitt über 4% an Wert verloren. Der grösste Wert seit 4 Jahren.

Dies ist ein klares Indiz, dass die Anleger nervöser sind als sie zugeben.


Regelmässige Leser dieses Blogs kennen den folgenden Chart bereits sehr gut. Der Fear & Greed Indikator von CNN Money zeigt auf wie Euphorisch die Anleger sind.

Quelle: CNN Money, 22.10.2021


Der Indikator ist ein sogenannter Kontraindikator. Sind zu viele Anleger Euphorisch und haben schon soviel sie können in Aktien investiert, droht eine Korrektur.


Quelle: CNN Money, 22.10.2021


Der Chart zeigt den Verlauf des Fear & Greed Indikators seit 2019 an. 2021 stieg die Börse stark an, aber die Anleger wurden immer ängstlicher. Nun ist dieser Trend klar gebrochen. Beim letzten Allzeit-höchst Anfangs September war der Indikator noch bei "Extreme Fear", also grosser Angst.

Damals war daher unser Fazit klar: Die Aufwärtsphase an der Börse geht noch weiter. Jetzt sind wir da nicht mehr so sicher. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in dem Jahr keine ausgeprägte Weihnachtsrally sehen werden, steigt.


Bitcoin Kurs legt in 3 Wochen um 50% zu


Nach dem vor einigen Wochen China den Bitcoin als Illegal erklärt hat, gab der Kurs des Bitcoins und auch aller anderen Kryptowährungen stark nach. Nun kommt eine positive Meldung der Börsenbehörde in den USA, der den Bitcoinkurs in wenigen Wochen um 50% steigen liess.


Die amerikanische Börsenbehörde hat zum ersten Mal einen ETF (Exchange Traded Fund) auf Bitcoins zugelassen. Dies lässt aufhorchen. Mit einem solchen Finanzprodukt könnten Banken und Vermögensverwalter weltweit den Bitcoin in normale Anlageportfolios integrieren. Milliarden von Anlagegelder könnten nun in den Bitcoin fliessen.


Ist diese Annahme realistisch? Ja und Nein. Generell steigt das Interesse an Bitcoin, und grosse Banken beginnen Bitcoin näher anzuschauen. ABER es wird nicht so schnell gehen, wie die meisten Anleger erwarten. Das neu zugelassene Produkt, der ProShares Bitcoin Strategy ETF (BITO) eignet sich nicht für langfristige Anleger.


Um das zu verstehen, muss man auf die Konstruktion des ETF schauen. Der ETF investiert nicht in Bitcoins, sondern in Futures, die auf den Bitcoin lauten. Futures sind Termingeschäfte mit einer klar definierten Laufzeit. Hier eine Übersicht der aktuellen Kurse:

Quelle CME Group, 24.10.2021


Der ProShares ETF muss also jeden Monat seine aktuellen Futures verkaufen, da diese auslaufen und auf die Futures des nächsten Monates umschichten. Er muss, so die Fachsprache, sein ganzes Portfolio auf den nächsten Verfalltermin rollen. Wie auf der Tabelle ersichtlich ist, ist der Kurs für den November Futures ca. 1% höher als der für den Oktober. Das gilt auch für die weiteren Monate. Bei der Umschichtung gehen dem Anleger also im Vergleich zum offiziellen Bitcoin Kurs 1% Rendite verloren. Für kurzfristige Anleger kein Problem, aber langfristigen Anlegern geht dadurch mindestens 12% Rendite pro Jahr verloren.


Um die massive Welle von Anlagegeldern auszulösen, die jetzt viele erwarten braucht es andere Produkte. ETF's die physisch Bitcoins halten dürfen. Soweit ist die Zulassung noch nicht.


Interessant war aber zu beobachten, wie sich die grossen US-Banken dem Thema letzte Woche angenommen haben. Insbesondere machten die beiden grossen Banken JP Morgan und Fidelity durch aufsehen erregende Prognosen auf sich aufmerksam.


Quelle: Twitter: Jurrien Timmer (CIO von Fidelity), @TimmerFidelity, 22.10.2021


Jurrien Timmer der angesehene Anlagechef das Traditionshauses Fidelity, berechnete mit zwei Modellen den zukünftigen Bitcoin Kurs. Seine Prognose: Ein Kurs von 100'000 bis Ende Jahr. Das wäre eine weitere Zunahme um über 60%. Seine Modelle basieren auf den Geschehnissen von 1970 als Gold als Anlageklasse in der Vermögensverwaltung entdeckt wurde.







Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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