• martin1060

Marktanalyse - Kalenderwoche 38/2021

Evergrande - nur ein Sturm im Wasserglas?, Positive Überraschung der Notenbanktagung in den USA, Lebenszyklus von Firmen



Chart der Woche

Quelle: Google Trends, 23.09.2021


Die Suchmaschine Google zeigt oft mehr als viele Denken. Mit dem Tool Google Trends lässt sich sehen wie oft nach gewissen Suchbegriffen gesucht wird. Damit lässt sich auch sehen welche Sorgen die Investoren um treibt. Vor 1-2 Monaten waren viele Investoren besorgt die Inflation würde zurück kommen. Sogar das Wort Hyperinflation machte die Runde. Nun spricht fast niemand mehr über Inflation.


Warum das wichtig ist:

Inflation ist aktuell das grösste Risiko an den Anlagemärkten. Eine hohe Inflation würde die Notenbanken dazu zwingen die Zinsen zu erhöhen. Gerade jetzt wo viele Firmen noch unter den Covid-Restriktionen leiden, könnte eine Erhöhung der Zinsen zu einer globalen Rezession führen. Dass die Inflationsrisiken sinken ist also für Anleger eine sehr gute Nachricht.


Evergrande - nur ein Sturm im Wasserglas?


Anfangs Woche kamen die Märkte stark unter Druck, da viele Marktteilnehmer befürchteten der bevorstehende Konkurs der Immobiliengesellschaft Evergrande, könnte eine globale Finanzkrise auslösen wie der Konkurs von Lehman Brothers in 2007.

Ein gutes Erklärvideo, über das Geschäftsmodell und die Probleme von Evergrande findet man hier.


Wir erachten die Panik als übertrieben. Der Konkurs von Evergrande wird sicher Auswirkungen auf den chinesischen Aktienmarkt haben, aber nicht zu einer globalen Krise führen. Die chinesische Regierung wird in welcher Form auch immer die sozialen Auswirkungen die ein Konkurs von Evergrande hätte, abfedern müssen um soziale Unruhen zu vermeiden. Die Börsen haben sich dann auch schnell beruhigt und wieder erholt.



Positive Überraschung der Notenbanktagung in den USA


Der Haupttreiber der starken Börsenhausse seit dem letzten März ist die ultra- expansive Politik der US-Notenbank. Falls die Notenbank ihre Politik ändert, wird das einen grossen Einfluss auf die Börse haben. Bisher ging man davon aus, dass die US-Notenbank im November beginnt die Politik zu ändern und per März 2022 die expansive Geldpolitik einstellt. Aktuell kauft die US-Notenbank pro Monat für USD 120 Milliarden Anleihen auf. Eine Reduktion des Betrages nennt man "Tapering". An der Notenbankkonferenz am Mittwoch hat Jerome Powell, der Chef der US-Notenbank, den Beginn des Tapering für November bekräftigt. Jedoch soll diese in sehr kleinen Schritten von maximal USD 15 Milliarden erfolgen. Der Abschluss sollte also nicht im März 22, sondern frühestens im September 2022 sein. Dies ist eine sehr gute Nachricht für die Aktienmärkte.

In den zwei Tagen nach der Ankündigung sind die Zinsen dennoch angestiegen. Die Anleger an den Obligationenmärkten sind also skeptischer als die Aktienanleger.



Lebenszyklus von Firmen


Anlageerfolg hat man, wenn man zur richtigen Zeit in die richtigen Firmen investiert. Die folgende Grafik zeigt wie Profis hier vorgehen:

Quelle: Pictet, Schweizer Aktien, Seite 22


Die Grafik zeigt die verschiedenen Phasen durch die sich Firmen bewegen. Zu Beginn weisen viele Firmen ein sehr starkes Gewinnwachstum auf, was aber mit der Zeit schwindet. Sie verändern sich von stürmischen Wachstumstiteln zu langweiligen Substanztiteln. Viele Anleger fokussieren sich bei der Auswahl der Firmen auf den publizierten Gewinn und das Gewinnwachstum. Was viele nicht beachten ist, dass die Firmen diese Zahl stark mit Dingen beeinflussen können, die nichts mit dem Firmengeschäft zu tun haben. Dazu gehören Steuertricks, Abschreibungen oder Übernahmen. Viel hilfreicher ist es, sich auf den CFROI (Cash Flow Return On Investment) zu fokussieren. Die Bewertungsgrösse zeigt den Erfolg einer Firma aus dem operativen Geschäft an. Hier kann man mehr dazu nachlesen.


Ein Anleger ist nun gut beraten, wenn er Firmen kauft, die in der stürmischen Wachstumsphase sind (grüner Kreis) oder einen konstant hohen CFROI (hellgrüner Kreis) aufweisen.

Value Anleger wie Warren Buffet, fokussieren sich auf Firmen, die es schon länger gibt und die zu einem Abschlag zur Konkurrenz gehandelt werden (oranger Kreis). Ihre Hoffnung ist, dass die Firma durch einen Strategie- oder Chefwechsel wieder auf das Feld eins zurück kehrt und eine stürmische Wachstumsphase beginnt.

Alle Firmen, die zwischen den drei markierten Kreisen liegen sollte man als Anleger eher meiden. Diese Firmen sind oft bekannt, aber enttäuschen regelmässig bei den publizierten Geschäftsresultaten. Die Rendite ist meist etwas schlechter als der Gesamtmarkt. Die Rendite ist aber immer zu gut um sie zu verkaufen, aber zu schlecht um wirklich zufrieden zu sein.




Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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