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  • martin1060

Marktanalyse - Kalenderwoche 36/2023

Firmengewinne in den USA, Schulden und Ausfallraten, Entwicklung der Arbeitslosenrate in den USA.



Chart der Woche


Quelle: Isabelnet, 09.09.2023


Die Grafik zeigt die den durchschnittlichen Jahresverlauf der Aktienbörse in Amerika (S&P 500) seit 1990 (schwarz). In Rot ist die aktuelle Jahresentwicklung von 2023.


Warum das wichtig ist


Von August bis Mitte Oktober ist die Rendite an den Aktienmärkten meistens negativ. Es lohnt sich also in der Zeit die Bargeldquote etwas höher zu halten und auf günstigere Einstiegskurse zu hoffen. Man sollte dann aber Mitte bis Ende Oktober den Einstieg nicht verpassen. Dann beginnt meist die Jahresendrallye.


Firmengewinne in den USA


Von jeder Firma lässt sich ein die Gewinnrendite (Earnings Yield) berechnen. Dies ist die Rendite auf dem eingesetzten Kapital. Von allen Firmen in dem Aktienindex S&P 500 lässt sich diese Zahl aggregieren. Aktuell liegt die Gewinnrendite beim S&P 500 bei 3.93%.


Quelle: Isabelnet, 09.09.2023


Als direkte Konkurrenz zu Aktien, gelten Anleihen. Eine kurzfristige 3-Monats Staatsanleihe der USA gibt aktuell einen Zins von 5.3%.

Die Grafik oben zeigt das Verhältnis zwischen der Gewinnrendite des US-Aktienmarktes und den kurzfristigen Staatsanleihen. Ist die Linie über der Nulllinie, so lohnt es ich Aktien zu kaufen, liegt sie darunter, sind Anleihen die bessere Wahl.


Aktuell spricht also mehr für die Anlage in Anleihen als in Aktien. Um dies zu ändern, müssten Aktien eine höhere Gewinnrendite erzielen. Aktuell sieht das aber nicht so rosig aus.

Die Gewinnrendite in den USA hängt von immer weniger Firmen ab. Die Technologietitel haben bereits ein Gewicht im S&P 500 von nahezu 30%.

So ist es nicht verwunderlich, dass einzelne News aus dem Technologiesektor den ganzen Markt bewegen. Vergangene Woche hat China ein iPhone Verbot für alle chinesischen Staatsangestellten in Erwägung gezogen und Huawei hat einen neuen Handyprozessor vorgestellt, den es aus der Sicht der Amerikaner nicht geben sollte. Die USA hofften mit den Technologieembargos der letzten Jahre genau das zu verhindern. Diese schlechten Nachrichten aus dem Technologiesektor haben dann letzte Woche auch den ganzen Markt heruntergezogen.


Quelle: Isabelnet, 08.09.2023


Die Grafik zeigt die Gewinnrevisionen der Analysten für das Jahr 2024. Für die USA scheint sich die Lage etwas stabilisiert zu haben. Die Gewinnprognosen für 2024 bleiben seit einigen Monaten stabil und werden nicht weiter gesenkt (aber auch nicht erhöht).

Anders sieht es in den Emerging Markets aus. Bei einer aufkommenden Rezession werden sie als die grössten Verlierer gesehen.

In Europa gab es bisher keine grossen Korrekturen der Gewinnprognosen nach unten. Normalerweise folgt Europa den USA mit 6-8 Monaten Verzögerung. Da könnten also noch einige schlechte Nachrichten kommen.

Der Einzige ist aktuell Japan. Nach einer Stagnation von über 10 Jahren bewegt sich endlich wieder was.


Quelle: Isabelnet, 09.09.2023


Die Grafik zeigt, wie stark die Importe aus China in den vergangenen Jahren gesunken sind. Dafür wird mehr in den USA produziert oder aus Mexiko importiert. Dadurch sinken aber die Margen der Firmen, da die Produktionskosten tendenziell steigen.



Schulden und Ausfallraten


Wir haben im Marktbericht der letzten Woche schon auf die Sparrate und Kredite der Privathaushalte in den USA hingewiesen. Der Grafik unten kombiniert beide Betrachtungen in einer Grafik.


Quelle: Twitter, zerohedge, @zerohedge, 08.09.2023


In der Grafik ist die Sparrate der privaten Haushalte (grün) und die Nachfrage nach Kreditkartenkrediten aufgezeigt. Die Sparrate sinkt und die Schulden steigen. So wird aktuell der hohe Konsum in den USA finanziert. Das ist nicht nachhaltig.


Quelle: YouTube, Mario Lochner. 9.9.2023, Zeitstempel 11.49


Die Grafik zeigt die Ausfallrate bei Krediten auf den Kreditkarten. Diese hat bereits jetzt den höchsten Stand seit 1991 erreicht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch der Konsum einbricht.



Quelle: Twitter, zerohedge, @zerohedge, 08.09.2023


Aber es kriselt nicht nur bei den Privathaushalten. Wer erinnert sich noch an die Bankenkrise vom Frühling? In der Presse ist es dazu erstaunlich still geworden. Die US-Notenbank hatte in der Bankenkrise im Frühling einen Rettungsschirm für Banken aufgespannt, über den sie Verluste in langfristig gehaltenen Obligationen ausgleichen konnten. Die Höhe dieser Kredite ist in der Grafik oben, aber invers) eingezeichnet (blau). Das heisst je tiefer die blaue Linie ist, umso höher sind die Kredite, die die Banken nachfragen.

Wenn die Bankenkrise vorbei ist, hätten eigentlich die Nachfrage nach diesen Notkrediten abnehmen sollen. Sie haben aber in den vergangenen Monaten noch zugenommen! Die Aktienkurse der US-Regionalbanken haben sich aber erholt. Da kann etwas nicht stimmen. Es wäre aus unserer Sicht nicht erstaunlich, wenn uns die Bankenkrise noch einmal einholt.



Entwicklung der Arbeitslosenrate in den USA


Die Erstanträge für Arbeitslosenhilfe werden in den USA wöchentlich publiziert. In der letzten Woche sind diese weiter gefallen (Grafik unten). Das ist auf den ersten Blick eine gute Nachricht.

Quelle: Twitter, Christophe Barraud, @C_Barraud, 07.09.2023


Die Erstanträge sind wieder auf den Stand von August 2023 zurückgefallen. Das lässt auf eine nochmals tiefere Arbeitslosenrate hoffen.


Man muss schon tiefer in die Zahlen schauen, um zu sehen, dass das rosige Bild immer mehr bröckelt.

Quelle: Twitter, Game of Trades, @GameofTrades, 08.09.2023


Die Grafik zeigt die Anzahl von langfristigen und fixen Arbeitsplätzen mit unbefristeten Arbeitsverträgen. Der Verlust bzw. Abbau solcher langfristigen Arbeitsplätze nimmt zu. Das bedeutet, dass die Arbeitslosenrate zwar noch sinkt, aber die Arbeitnehmenden vermehrt nur befristete Arbeitsverträge bekommen. Die Firme verlieren die Zuversicht, um langfristig Mitarbeiter anzustellen. Das ist in der Regel ein klares Zeichen für eine baldige Trendumkehr bei der Arbeitslosenrate.





Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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