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  • martin1060

Marktanalyse - Kalenderwoche 28/2023

Inflation sinkt, Anleger reduzieren die Risiken, Notenbanken reduzieren Liquidität, Gewinnsaison für das 2. Quartal 2023 beginnt





Chart der Woche


Quelle: CME Group, CME FedWatch Tool, 15.07.2023


Die Grafik zeigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank rechnen. Das nächste Treffen der US-Notenbank ist am 26. Juli. Dann gehen sie in die Sommerferien und treffen sich erst am 30. September wieder.

Warum das wichtig ist


Die Marktteilnehmer gehen von einer weiten Erhöhung der Zinsen um 0.25% aus. Das sollte dann die letzte Erhöhung im aktuellen Zyklus sein.

Die Zinserhöhungen wirken ja immer mit einer Verzögerung von 6-12 Monaten auf die Wirtschaft. Die grosse Frage ist nun, ob die US-Notenbank die Zinsen zu stark erhöht hat und wir nun in eine Rezession schlittern oder ob es nur eine Abkühlung gibt.



Inflation sinkt


Quelle: Twitter, AndreasStenoLarsen, @AndreasSteno, 13.07.2023


Die Grafik zeigt die Produzentenpreise (dunkelbalu) in den USA und die Inflation (CPI) seit 2011. Die Produzenten fühlen die Inflation, aber auch günstigere Preise als Erstes und geben sie an einem zweiten Schritt an die Konsumenten weiter. Die Daten weisen deshalb darauf hin, dass die Inflation weiter stark sinken sollte und bald schon im Zielband der Notenbank von 2% liegen wird.


Quelle: Twitter, AndreasStenoLarsen, @AndreasSteno, 13.07.2023


In Deutschland, der grössten Wirtschaft in Europa, sieht das Bild sogar noch positiver aus. Die Preise der Produzenten (dunkelblau) sind bereits sehr stark gefallen. Daher ist davon auszugehen, dass auch die Inflation rasant fallen wird. Noch schneller als in den USA. Das kann dazu führen, dass die europäische Notenbank die Zinsen nicht massiv erhöhen muss.



Anleger reduzieren die Risiken


Aufgrund der Unsicherheiten der steigenden Zinsen bzw. einer Rezession haben viele Anleger ihre Risiken reduziert.


Quelle: Isabelnet, 15.07.2023


Die Grafik zeigt eine Berechnung von S&P Global Market Intelligence. Sie basiert auf einer Umfrage bei den grossen institutionellen Geldanlegern. Diese haben seit 2021 die Risiken konstant reduziert (linke Grafik). Dies, indem sie Aktienanlagen reduziert und dafür die Bargeldquote und Obligationen erhöht haben. Die rechte Grafik zeigt die Rendite des Aktienmarktes. Wenn man die beiden Grafiken vergleicht, erscheint klar, dass die Aktienmärkte selten zulegen, wenn die grossen institutionellen Anleger die Risiken abbauen. Auch in den nächsten 30 Tagen ist mit weiteren Preisminderungen an den Aktienmärkten zu rechnen.


Notenbanken reduzieren Liquidität


Quelle: Isabelnet, 11.07.2023


Wir haben in den bisherigen Blogartikel immer daruf hingewiesen, wie wichtig die Liquidität ist, die die Notenbanken für die Wirtschaft zur Verfügung stellen. In der COVID-Zeit haben die Notenbanken die Märkte massiv mit Liquidität versorgt, um die Wirtschaft zu stützen. Ca. ein Drittel dieser Gelder floss in den Aktienmarkt. Ab dem Herbst 2021 haben die Notenbanken dann begonnen, die Liquidität wieder zu verringern. Auch hier ist zu erwarten, dass ca. ein Drittel der Gelder aus dem Aktienmarkt fliessen werden. Die Korrektur des US-Aktienindex S&P 500 war dann auch nicht verwunderlich.

Die Notenbanken mussten die Reduzierung der Geldmenge im Frühling 2023 unterbrechen, wegen der Bankenkrise. Diese scheint nun überwunden und sie reduzieren die Geldmenge wieder. Den Aktienmarkt scheint dies aktuell nicht zu beeindrucken. Er steigt und steigt. Eine Diskrepanz der sinkenden Liquidität und steigenden Aktienpreise hält meist nicht lange an.

Die Grafik stammt von einer Analyse von Morgan Stanley. Eines der angesehensten Analysehäuser in den USA. Sie leiten daraus sinkende Märkte für die nächsten Wochen ab.


Gewinnsaison für das 2. Quartal 2023 beginnt


Dem Makrotrend von hoher Inflation, steigender Zinsen und aufkommender Rezession konnten sich bisher viele Firmen entziehen. Darum liegt ein besonders Augenmerk in den nächsten Wochen darauf, welche Gewinne die grossen Firmen in den USA für das 2. Quartal ausweisen.

Quelle: Twitter, Jurrien Timmer, @TimmerFidelity, 13.07.2023


Die Grafik zeigt die Erwartungen der Marktteilnehmer für die Firmengewinne in den USA 39 Wochen vor Monatsende bis 9 Wochen nach Monatsende. Noch vor 39 Wochen rechneten die Analysten für das 2. Quartal 2023 mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von 5%, aktuell gehen sie aber von einer Reduktion von 9% aus. Es wird sich nun in den nächsten Wochen zeigen, ob die Analysten die Erwartungen zu stark reduziert haben und viele Firmen positiv überraschen können.


Quelle: Isabelnet, 01.07.2023


Die Grafik zeigt, wie stark die Firmengewinne in den USA seit 2022 gestiegen oder gesunken sind und welche Erwartungen die Analysten für die Zukunft haben. Nach einem Einbruch von 9% im 2. Quartal 2023 soll es dann wieder stark aufwärtsgehen. Diese Erwartungen für 2024 erscheinen etwas zu optimistisch, wenn man die aktuellen Zinsprognosen anschaut. Für Spannung an den Märken für die nächsten Wochen ist auf jeden Fall gesorgt.


Quelle: Twitter, Besdpoke, @bespokeinvest, 12.07.2023


Die Grafik zeigt, wann welche Firmen ihre Gewinne publizieren werden. Die Grösse der Balken zeigt die Marktkapitalisierung der einzelnen Firmen. So werden die Gewinnresultate von Microsoft oder Apple den grössten Einfluss auf den Markt haben. Aber auch der 27. Juli, an dem Google und Meta gleichzeitig ihre Resultate publizieren, sind bedeutungsvoll.

Auch Anleger, die in die Ferien fahren, sollten vom 25. bis 28. Juli auf jeden Fall auf die Märkte schauen. Neben dem Zinsentscheid der US-Notenbank stehen in der Woche auch die meisten Publikationen der Quartalsresultate an.






Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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