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  • martin1060

Marktanalyse - Kalenderwoche 22/2024

Ist jetzt die Zeit, um in China zu investieren?; Negative Frühindikatoren zur Wirtschaftsentwicklung in den USA.




Chart der Woche


Quelle: X, Lance Roberts, @LanceRoberts, 31.05.2024


Die Grafik zeigt die monatliche Veränderung der US-Konsumausgaben. Es wurde eine Zunahme für die Zahl vom April von 0.1% erwartet, publiziert wurde jetzt letzte Woche eine Abnahme von 0.1%.

Gleichzeitig wurden Inflationszahlen publiziert, diese hat im Mai weiter abgenommen.



Warum das wichtig ist


Es geht uneinheitlich weiter, wie in den Monaten davor. Die guten und schlechten Wirtschaftszahlen halten sich die Waage. Das die Inflation weiter sinkt ist eine hervorragende Nachricht, aber dass der Konsum einbricht eine schlechte Nachricht.


In solchen Marktphasen ist es wichtig einen langfristigen Plan zu haben und sich nicht wenigen einzelnen Nachrichten davon abbringen zu lassen. Unser langfristiges Modell ist das folgende:


Quelle: X (Twitter), Isabelnet, @Isabelnet, 23.09.2021


Wir denken, dass wir aktuell in der Phase 4 des langfristigen Finanzmarktzyklus sind. In die erste Phase wechselt das Modell erst dann, wenn die erste Zinssenkung erfolgt ist. Diese wird aktuell für den Herbst 2024 erwartet. Die Wirtschaftszahlen von letzter Woche sind zu wenig wichtig, damit die Position im langfristigen Finanzmarktzyklus ändern würde, daher reagieren wir auf solche News nicht.


Negative Frühindikatoren zur Wirtschaftsentwicklung


Quelle: X, Christophe Barraud, @C_Barraud, 01.06.2024


Die Grafik zeigt die relative Performance des S&P 500 im Vergleich zu einem gleichgerichteten Index des S&P 500 seit 2007.

Bei einem gleichgewichteten Index hat jede Aktie im Index das gleiche Gewicht, unabhängig von ihrer Marktkapitalisierung. Der S&P 500 hingegen ist ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Index, was bedeutet, dass größere Unternehmen im Index ein größeres Gewicht haben als kleinere Unternehmen.

Die Grafik zeigt, dass sich der gleichgewichtete Index seit 2007 schlechter entwickelt hat als der S&P 500. Dies deutet darauf hin, dass Large-Cap-Aktien in diesem Zeitraum besser abgeschnitten haben als Small-Cap-Aktien. Dies ist ein Zeichen für eine geringe Marktbreite.


Die Marktbreite bezieht sich auf die Anzahl der Aktien, die an einer Marktbewegung beteiligt sind. In einem Bullenmarkt mit breiter Marktbreite steigen viele Aktien im Preis. In einem Bullenmarkt mit geringer Marktbreite steigen nur einige wenige Aktien.


Eine geringe Marktbreite, die fast so tief wie in der Finanzmarktkrise vpn 2007 war, kann ein Grund zur Besorgnis sein, da sie ein Zeichen dafür sein kann, dass sich ein Bullenmarkt seinem Ende nähert. Wenn nur einige wenige Aktien den Markt nach oben treiben, gibt es weniger Aktien, die an der Rallye teilnehmen können. Dies könnte bedeuten, dass dem Markt die Luft ausgeht.


Quelle: X, Lance Roberts, @LanceRoberts, 31.05.2024


Die Grafik zeigt das Verhältnis zwischen Vollzeit- und Part-Time-Stellen (hellblaue Linie). Die sinkende Line zeigt, dass der Anteil an Part-Time Stellen zunimmt. Es ist zu erkennen, dass die Linie in den von Rezessionen geprägten Zeiten (GFC und Covid-19) deutlich nach unten verläuft. Das bedeutet, dass die Zahl der Teilzeitarbeitsplätze stärker gestiegen ist als die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze.


Finanzanalysten sind der Ansicht, dass dieser Anstieg der Teilzeitarbeitsplätze im Verhältnis zu den Vollzeitarbeitsplätzen ein Zeichen für eine schwächelnde Wirtschaft ist. Hierfür gibt es zwei Hauptgründe:


  • In Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs reduzieren die Unternehmen eher die Zahl der Arbeitsstunden, als dass sie ihre Mitarbeiter ganz entlassen. Dadurch können sie die Arbeitskosten senken, ohne die mit Entlassungen verbundenen Abfindungskosten tragen zu müssen.

  • Arbeitnehmer können gezwungen sein, Teilzeitarbeit anzunehmen, weil sie keine Vollzeitstelle finden.


In der Vergangenheit war das immer ein Vorindikator auf eine sinkende Vollbeschäftigung.


Beide Grafiken erhöhen für uns die Wahrscheinlichkeit, dass wir auch im aktuellen Zinserhöhungszyklus, der einer der schnellsten und höchsten in der Geschichte ist, eine Rezession sehen werden



Ist jetzt die Zeit, um in China zu investieren?


Quelle: X, Christophe Barraud, @C_Barraud, 10.05.2024


Seit dem Höchst im Januar 2021 hat die Börse in China (oben gezeigt am Shanghai Shenzhen Aktien Index) fast 40% verloren. Seit dem Tiefststand im Januar 2024 hat die chinesische Börse aber auch schon wieder 20% zugelegt. Ist jetzt die Zeit gekommen, um wieder in China zu investieren?


Die Rendite von chinesischen Aktien war in den vergangenen Jahren aus den folgenden Gründen schlecht:


  • Die strikte COVID Politik hat viel Wachstum gekostet. Zudem blieb die erhoffte Erholung nach COVID, wie sie in den meisten westlichen Ländern geschehen ist aus.

  • Die Immobilienkrise ist nach wie vor nicht überstanden und hat die Konsumgewohnheiten der Bevölkerung massiv verändert.

  • COVID hat der Welt die Schwierigkeiten von zu verzweigten Produktionsketten vor Augen geführt. Es kommt zu einem Onshoring der Industrienationen. Die Produktionskapazitäten werden näher an den Heimmärkten erstellt. Direktinvestitionen der Industriestaaten in China nehmen stark ab.

  • China hat vermehrt in den Freien Markt eingegriffen und ganze Branchen in den Geschäftsmöglichkeiten eingeschränkt. Das viele ausländische Investoren verschreckt.

  • Zunehmende Rivalität zwischen den USA und China. Biden hat vor einigen Wochen mit 100% Importzölle auf Elektroautos den Handelskrieg neu entfacht. Falls Trump zum neuen Präsidenten gewählt wird, werden die Konflikte eher noch zunehmen.


Quelle: X, Michael A. Arouet, @MichaelAArouet, 01.06.2024


Die Grafik zeigt einen weiteren Punkt, warum sie Firmen nicht mehr für den Produktionsstandort China entscheiden. Die Grafik zeigt den Anstieg der Lohnstückkosten bei der Herstellung in USD pro Stunde in China. China ist kein Land mehr, in dem günstig produziert werden kann.


ABER, China, die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt und was Innovation angeht auf dem vierten Platz steht. China wird wohl in nächste Zeit die USA und Europa nicht als grösste Volkswirtschaften überholen, dennoch bieten sich für Anleger Chancen.


Da schon sehr viele negativen Nachrichten verarbeitet wurden, ist es gut möglich, dass der CSI 300 jetzt seine Tiefst hinter sich hat. Anlagen in China benötigen aber viel Geduld und die Volatilität wird hoch bleiben.


China ist nicht China. Es gibt drei unterschiedliche Märkte für chinesische Aktien:


  • H-Shares: Aktien chinesischer Firmen, die in Hongkong gehandelt werden. Die Börse in Hongkong hat wesentliche höhere Compliance Regeln und nur die chinesischen Firmen mit den besten Compliance- und Governance-Regeln schaffen eine Registrierung. Das gibt dem Anleger eine grössere Sicherheit. Aber viele der in Hongkong registrierten Firmen sind sehr Export-orientiert.

  • ADRs: Aktien chinesischer Firmen, die an einer Börse in den USA kotiert sind. Einem eskalierenden Handelsstreit zwischen den USA und China werden diese Firmen als erstes zu spüren bekommen. Dazu gibt es keinen ETF aber man kann die Einzelaktien kaufen.

  • A-Shares: Aktien chinesischer Firmen, die an einer lokalen Börse in China gelistet sind. Hier findet man viele kleine lokale Firmen, die nur im heimischen Markt tätig sind. Bei einem Handelsstreit können diese sogar profitieren, wenn der Import von ausländischen Produkten verboten wird. Wir sehen in dem Segment aktuell die besten Chancen.


Fazit: Die Börse in China scheint sich zu stabilisieren. Nach einem Wertverlust von an die 40% scheinen die meisten negativen Nachrichten verarbeitet worden zu sein. Dennoch braucht es Geduld. China wird kaum 2024 auf neue Allzeithöchst vorstossen. Vor allem der Handelsstreit mit den USA wird immer wieder für Rücksetzer sorgen.


 




Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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