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  • martin1060

Marktanalyse - Kalenderwoche 05/2023

Euphorie nach der Pressekonferenz der US-Notenbank, auf die Party am Mittwoch folgt der Kater am Freitag, Börsenregel: Die Notenbank hat immer recht.



Chart der Woche

Quelle: FRED Economic Date, Chicago Fed National Financial Conditions Index (NFCI), 03.02.2023


Die Grafik zeigt den Financial Conditions Index in den USA auf. Ist der Wert unter null, zeigt dies, dass es für Firmen schwerer ist, neues Geld aufzunehmen als noch vor einem Jahr. Sinkende Werte bedeuten, dass es ihnen einfacher ist, sich zu finanzieren als im Vormonat.



Warum das wichtig ist


Seit dem Oktober 2021 wurde es für Firmen immer schwerer sich zu finanzieren. Das lag an den stetig steigenden Zinsen, aber auch an verschärften Vorgaben der kreditgebenden Banken. Gerade Wachstumsfirmen (Growth-Aktien) sind auf günstige Finanzkonditionen angewiesen, da sie oft (noch) keine Gewinne machen und alles Geld in das Wachstum investieren. Das hat dann auch zu dem grossen Einbruch der Technologieaktien geführt.

Seit Dezember 2022 verbessern sich die Konditionen an den Finanzmärkten wieder. Das war die Basis zu dem sehr starken Jahresstart für Technologieaktien. Diese legten zum Teil in einem Monat über 40% zu.



Euphorie nach der Pressekonferenz der US-Notenbank,


Wir haben im Januar, die beste Rendite der Aktienmärkte erlebt seit 1975. 6% hört sich nicht nach so viel an, aber hochgerechnet auf das Jahr, wären dies 72%.


Basierend auf der technischen Analyse sind fast alle Aktienmärkte stark überkauft und die Anleger sind zu gierig. Es gibt kein Halten mehr, insbesondere Privatanleger kaufen wild dazu. Deshalb gingen die meisten Marktteilnehmer davon aus, dass die amerikanische Notenbank (FED) beim Treffen von diesem Mittwoch diesem Treiben ein Ende setzten wird. Es wurde erwartet, dass sie die Rhetorik verschärfen wird, um den Financial Conditions Index wieder nach oben zu treiben. Dies würde die Technologierally seit Anfangs Jahr abbremsen.

Aber nichts davon geschah. Jerome Powell war an der Pressekonferenz so entspannt wie selten und es gab keinen der erwarteten Seitenhiebe, um die Januar-Rally zu bremsen. Der Markt schoss darauf fast 2% nach oben.


Quelle: Mario Locher, 28.01.2023, Zeitstempel: 03:34

Die Grafik zeigt, wie stark der Konsum der Amerikaner (orange Linie) einbricht und sich die Wirtschaft abkühlt. Das obere Band der Leitzinsen liegt jetzt höher als die Inflation. Die US-Notenbank zeigt sich zuversichtlich, dass die Wirtschaft abkühlt und die Inflation zurückgeht.



Auf die Party am Mittwoch folgt der Kater am Freitag


Es war doch eine solche schöne Woche, wenn nur der Freitag nicht gewesen wäre. Am Freitag wurden die neuen Zahlen zum Arbeitsmarkt in den USA publiziert. Es wurde die Schaffung von 185'000 neuen Stellen erwartet und eine Arbeitslosenrate von 3.6%.


Quelle: Twitter: Besboke, @bespokeinvest, 03.02.2023


Die Grafik zeigt, wie viele Male hinter einender die Analysten sich bei der Vorhersage verschätzt haben und die Werte höher ausfielen als erwartet. Die Analysten rechnen seit 10 Monaten mit einer Abkühlung der Wirtschaft, die so einfach nicht kommen will.


Die publizierten Zahlen schlugen ein wie eine Bombe. Über eine halbe Million neue Stellen (517'000), die Arbeitslosenrate sinkt auf 3.4% und die durchschnittlichen Arbeitskosten pro Stunde nehmen um 4.4% zu.


Quelle: FRED Economic Date, Unemployment Rate (NFCI), 03.02.2023


Damit sinkt die Arbeitslosenrate auf den tiefsten Stand seit 1970! Das ist natürlich für alle, die neu eine Arbeit bekommen haben, eine gute Nachricht. Aber die US-Notenbank wird jetzt den Kurs massiv verschärfen müssen. Es scheint, dass sich die US-Wirtschaft doch nicht abkühlt.

Quelle: Twitter: Otavio Costa, @TaviCosta, 04.02.2023


Die Grafik zeigt, wie die Anzahl der offenen Stellen (blaue Linie) und die Arbeitskosten (braune Linie) positiv korreliert sind.


Quelle: Twitter: Mohamed A. El-Erian, @elerian, 02.02.2023


Die Grafik zeigt, dass es seit dem Oktober 2021 konstant mehr offene Stellen als Arbeitssuchende hat. Dies führt normalerweise zu steigenden Löhnen und steigende Löhne führen zu einer höheren Inflation. Die Entspannung von Jerome Powell, die er noch am Mittwoch gezeigt hat, sollte damit verflogen sein. Der Börsenparty wurde ein jähes Ende bereitet. Bis nächste Woche, hoffentlich positive Gewinnausweise der Firmen, die Stimmung wieder dreht.


Quelle: Mario Locher, 28.01.2023, Zeitstempel: 11:33


Die Grafik zeigt die Prognose, wie hoch die Zinsen steigen sollten, wie lange sie dann so hoch bleiben und wann die Notenbank die Zinsen wieder senken wird. Die rote Linie ist abgeleitet aus den Stellungnahmen der stimmberechtigten Mitglieder in der US-Notenbank und die grüne Linie ist die aktuelle Meinung des Marktes. Ist die Notenbank zu pessimistisch, oder die Anleger zu optimistisch?


Es gibt dazu eine alte Börsenregel: "The FED is always right". Die Notenbank hat immer recht.

Wie in den Marktberichten der letzten Wochen nachzulesen, sind wir mittelfristig sehr positiv. In den Aktienbewertungen sind bereits alle negativen Entwicklungen eingerechnet und enthalten. Die aktuelle Korrektur, die gut 1-2 Woche gehen kann, sehen wir deshalb als Chance weiter hinzuzukaufen. Im Obligationenbereich hatten wir eigentlich vor, von den seit 3 Jahren investierten Absolute Return Strategien wieder auf normale Long-Strategien zu wechseln. Dies verschieben wir vorerst und warten bis sich die Erwartungen der Anleger an die Prognosen der FED angepasst haben.



Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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