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  • martin1060

Marktanalyse - Kalenderwoche 02/2024

Guter Jahresabschluss 2023 aber schwerer Start ins neue Jahr, Bitcoin wird salonfähig




Chart der Woche



Quelle: Twitter, Game of Trade, @GameofTrade, 13.01.2024


Die Grafik zeigt, wie stark die US-Notenbank die Wirtschaft mit mehr Geld versorgt. Da ein Teil der Gelder im Aktienmarkt landet, hat ein Wachstum der Geldmenge M2 meist einen positiven Einfluss auf die Aktienmärkte.


Warum das wichtig ist


Nach dem starken Anstieg der Geldmenge während der COVID-Zeit reduziert die Notenbank 2022 und 2023 die Geldmenge wieder. Eine steigende Geldmenge ist wie ein Sicherheitsnetz für die Aktienmärkte. Wir sind also aktuell ohne Sicherheitsnetz unterwegs und die Märkte sind anfälliger auf eine Korrektur als in den vergangenen Jahren.



Guter Jahresabschluss 2023, aber schwerer Start ins neue Jahr


2023 ist vielen in Erinnerung als schlechtes Börsenjahr. Krieg in der Ukraine und im, Gazastreifen. Hohe Inflation, Klimaerwärmung etc. Die Börsenstimmung war die meiste Zeit des Jahres schlecht.

 

Nun, die Zahlen sprechen eine andere Sprache. In der Lokalwährung haben die Börsen in Amerika um 24% zugelegt, in Europa 18%, in Deutschland 20%. Etwas weniger gut war die Schweiz mit einem Plus von 4% oder China mit einem Minus von 4%. In den meisten Ländern lag die Rendite jedoch über dem langfristigen Durchschnitt. 


Ein Wermutstropfen ist jedoch, dass zumindest in Amerika die Rendite des Index überwiegend von 7 Titel (Alphabet (Google), Amazon, Apple, Meta (Facebook), Microsoft, Nvidia und Tesla) geprägt war. Hatte man diese 7 Titel nicht im Portfolio, hatte man nur eine Rendite von 2-3%.

 

Ein weiterer Beweis dafür, dass man sich von der Stimmung, die in den Medien verbreitet wird, nicht zu stark leiten lassen sollte und es wichtig ist, eine langfristige Anlagestrategie zu haben.

 

Einen grossen Anteil an der guten Jahresrendite hatte die Rendite von November und Dezember. Im Dezember sorgte vorwiegend die US-Notenbank FED für ein Kursfeuerwerk. Nach der Pressekonferenz im Dezember interpretierten viele Anleger die Aussagen so, dass die Notenbank für 2024 Zinssenkungen erwartet.

 

Quelle: Twitter, Jim Bianco, @biancoresearch, 12.01.2024


Die Grafik zeigt die von den stimmberechtigten Mitgliedern der US-Notenbank erwarteten Zinssenkungen (gelb) und die vom Markt erwarteten Zinssenkungen am 9. Januar 2024 (blau) und am 12. Januar 2024 (rot).

Der Markt rechnet aktuell mit bis zu sechs Zinssenkungen im Jahr 2024.


Quelle: CME FedWatch Tool, 13.01.2024


Wie die Grafik zeigt, erwartet der Markt ab dem März 2024 bei jedem Treffen der US-Notenbank eine Zinssenkung.


Man sollte jedoch vorsichtig sein, was man sich wünscht. Die Notenbanken haben die Aufgabe, die Wirtschaft im Gleichgewicht zu halten. Die Inflation sollte um 2% liegen und die Arbeitslosenrate nicht zu tief sein. Ist die Wirtschaft in einem Gleichgewicht, werden die Notenbanken ihre Politik nicht ändern. Wünscht man sich also eine oder sechs Zinssenkungen, geht man davon aus, dass sich das Gleichgewicht verändert. Sechs Zinssenkungen sind nur möglich, wenn sich die Lage für die Wirtschaft und die Firmen stark verschlechtert oder eine Deflation drohen würde. Beides Szenarien, die man sich eigentlich nicht wünscht.


Im Grundsatz ändert sich nicht viel gegenüber 2023. Die langfristigen Wirtschaftsindikatoren zeigen eine kommende Rezession an, aber die Wachstumszahlen der Volkswirtschaften und die Firmengewinne entwickeln sich nach wie vor positiv. Das Seilziehen der beiden grundsätzlich unterschiedlichen Ansichten geht weiter.


Quelle: Isabelnet, 13.01.2024


Die Grafik zeigt die US-Rezession und Fed-Zyklen. Zwischen der ersten Zinserhöhung und einer möglichen Rezession gibt es eine zeitliche Verzögerung. In der Grafik ist ersichtlich, wann, ausgehend von der ersten Zinserhöhung Ende 2021 bei den letzten 13 Zyklen die Rezession begonnen hätte.

Es wird immer wieder argumentiert, dass die Gefahr eine Rezession vorbei sei, da sie schon längst hätte kommen müssen. Das ist nicht korrekt. Wie die Grafik zeigt, wäre ein Beginn 2024 im Durchschnitt der letzten Rezessionen.


Auch wenn die aktuellen Zinssenkungs-Fantasien wohl übertrieben sind, sind wir nicht im Lager der Bären.

Quelle: Yardeni Research, 13.01.2024


Was uns nach wie vor zuversichtlich stimmt, sind die Aussichten der Firmen. Für 2024 und auch für 2025 werden weiter steigende Firmengewinne erwartet. Die Grafik oben zeigt die erwarteten Firmengewinne. Diese sind normalerweise anfangs Jahr hoch und werden dann etwas gesenkt. Doch auch im vierten Quartal 2023 sollten sie nicht tiefer sein als im dritten Quartal 2023.


Die Börse ist verhalten in das neue Jahr gestartet, aber nach der Rekordrally im November und Dezember 2023 ist


Quelle: Isabelnet, 23.02.2023


Basierend auf unserem langfristigen Zyklusmodell, sehen wir uns immer noch in der Phase vier. Nach der ersten Zinssenkung würden wir dann in die Phase 1 wechseln. Dafür ist es jetzt aber noch zu früh.



 Bitcoin wird salonfähig


Diese Woche wurden endlich von der US-Finanzmarktbehörde die ersten Spot-ETF zugelassen. Für US-Anleger ist es nun möglich Bitcoin, einfach und ohne Konten in den Caymen Island eröffnen zu müssen, in die Asset Allokation zu integrieren.


Wir verweisen hier auf den Marktbericht vom 13. November, in dem wir über die positiven Auswirkungen davon berichtet haben. Seit sich die Gerüchte um die Zulassung verdichtet haben, hat der Bitcoin bereits über 80% zugelegt. Seit dem Datum des Marktberichtes vom 13. November um 35%.



Quelle: TradingView, Marmot


Die Grafik zeigt, wie sich der Goldpreis entwickelt hat seitdem es auf Gold den ersten Spot-ETF gibt. In den darauffolgenden 10 Jahren hat der Preis um 350% zugelegt.

Bei Bitcoin könnte der Anstieg noch höher sein, da das Angebot limitiert ist und nur noch gering wachsen kann.


In der ersten Woche wurden bis zu USD 5 Milliarden in die neuen Spot-ETF's investiert. Diese Grösse ist beachtlich und dürfte einige Rekorde geschlagen haben. Die Anbieter waren aber wohl etwas zu euphorisch. Wie OTC-Transaktionen zeigen (Over-the-Counter, ausserbörsliche Transaktionen) haben die Anbieter wohl bis zu USD 30 Milliarden an Bitcoins bereitgestellt. In den nächsten Wochen werden diese also wohl die Bestände wieder reduzieren, was auf den Kurs negative Auswirkungen haben sollte.


Quelle: Twitter, ʎllǝuuop ʇuǝɹq, @donnelly_brent,, 12.01.2024


Die Grafik zeigt die Reaktion des Bitcoin-Kurses nach der Lancierung der ersten Futures und Future ETF's. Hier ist jedoch anzumerken, dass die beiden gezeigten Futures-Lancierungen immer nach dem Ende des Halvings erfolgten. (Auch über das Halving haben wir im Marktbericht vom 13. November ausführlich berichtet).


Wir denken, dass die Luft nun draussen ist und es zu einer Konsolidierung von einigen Wochen kommt. Länger wohl nicht, wegen der positiven Auswirkungen des Halvings im April 2024.


Aber Achtung: Die Volatilität des Bitcoins wird weiter hoch bleiben und eignet sich deshalb nicht für alle Investoren. Preissteigerungen von 50% sind keine Seltenheit, aber auch Wertminderungen von 50-60% in kurzer Zeit.





Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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