• martin1060

Marktanalyse - W19/2021

Markt im Zeichen der Inflation - Heftige Korrekturen



Aktuell lässt sich das Marktgeschehen wie folgt zusammenfassen: Bei den Technologieaktien (und dort insbesondere bei den grossen Titeln) werden Kursgewinne zum Verkauf genutzt. Bei den Value-Aktien werden Kursverluste zum Kauf genutzt.


Nach den Allzeit-Höchst von letzter Woche ging es nach der Veröffentlichung der Inflationszahlen am Mittwoch in Amerika rasant nach unten. Betrachtet wird hier die Zunahme der Inflation gegenüber dem Vorjahr. Der Markt erwartete 3.6% Prozent und publiziert wurden 4.2%.

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 12.5.2021, Zeitspempel: 1.53


So hoch war die Zunahme der Inflation seit 13 Jahren nicht mehr. Das mit 3.6% bereits ein relativ hoher Wert erwartet wurde liegt am sogenannten Basiseffekt. Da nach dem Ausbruch von Covid in 2020 die Jahresvergleichszahl extrem niedrig war, ergibt schon eine moderate Zunahme der Inflation sehr hohe Zuwachsraten.

Im sehr langfristigen Vergleich sind solche Werte durchaus üblich:

Quelle: Twitter: Bespoke, @bespokeinvest, 12. Mai 2021


Grund für die stärkere Zunahme als erwartet wurde, sind zwei Aspekte. Erstens erholt sich die Wirtschaft in den USA, vor allem auch dank den Unterstützungspaketen der Regierung Biden, rasanter als erwartet. Zweitens sind global wegen Corona die Lieferketten noch nicht wieder im Lot. Das führt zu starken Lieferengpässen, was dazu führt, dass die Preise stärker steigen als erwartet.


Die grosse Frage ist, wie weit hoch wird es noch gehen? Nordea und Macrobonds haben dazu die folgende Meinung:

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 12.5.2021, Zeitspempel: 2.26


Die Berechnungen basieren auf einem eignen Trendmodell, das die folgenden Werte mit einbezieht: USD, Anzahl offener Jobs, Einkaufsmanagerindex der Industrie, Nahrungsmittelpreise und den Ölpreis. Seit 2003 konnte das Modell das jährliche Wachstum der Inflationsrate sehr gut Voraussagen.

Nordea geht für Mai von einem Wachstum der Inflation von fast 8% aus, bevor der oben erklärte Basiseffekt dann auf die andere Seite wirkt und der Wert wieder auf unter 5% sinken sollte.


Die Obligationenmärkte haben bisher sehr besonnen reagiert und die Zinsen haben nur leicht zugelegt. Als Begründung dient die folgende Grafik:

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 13.5.2021, Zeitspempel: 8.41


Die Zunahme der Inflation war vor allem auf eine extrem starke Zunahme in den Bereichen Hotel, Mietauto und Gebrauchtwagen zurück zu führen, die nur 5% der Core-Inflationsrate ausmachen.

Wir teilen diese Ansicht nicht. Wenn so kleine relativ unbedeutende Sektoren für die Inflation schon einen so hohen Einfluss haben, wie schnellt die Zahl dann hoch, wenn die Inflation in allen anderen Bereichen auch zulegt. Hier wird die Lage unterschätzt.


Wie in den letzten Marktberichten erläutert ziehen die Rohwarenpreise und die Transportkosten aktuell massiv an. Dazu habe ich im persönlichen Umfeld das folgende Beispiel gehört. Ein Kollege plant eine grössere Kunstausstellung in Zürich im Oktober und hat Dienstleistungsaufträge in der Höhe von über einer halben Million zu vergeben. Die Anbieter sagen ihm, er soll sich schnell entscheiden, da in 2-3 Woche die Preise um 20-30% höher liegen könnten.


Bisher versuchen die Notenbanken die Lage zu entschärfen, da sie bei jeder Gelegenheit sagen, diese Zunahme sei nur Temporär. Die Worte Übergang, Warten, Geduld,... haben in der FED-Kommunikation massiv zugenommen:

Quelle: Twitter: Ben Breitholz, @benbreitholz, 7. Mai 2021



Fazit:

Die Befürchtungen für eine höhere Inflation treffen auf total überhitze Aktienmärkte. Die Volatilität und das Risiko nehmen massiv zu. In solchen Fällen ist es angesagt, nicht voll investiert zu sein. Wir fühlen uns mit einer Cash-Quote von 20-30% wohl und kaufen dann gerne zu tieferen Kursen dazu.



Zusätzliche Bildquellen: Anfangsgrafik Designed by Freepik


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